Frauen an die Macht! Echt jetzt?

Feiern wir das Selbstverständliche. Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Wahlrecht für Frauen. Aus heutiger Sicht nichts Besonderes. Und doch: Noch immer nicht geglückt ist die zweite große Übung. Das Gewähltwerden von Frauen, entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Es wirkt vertrackt. Wir haben eine Bundeskanzlerin, eine CDU-Vorsitzende, eine Grünen-, eine Linken-Vorsitzende – und trotzdem schießt der Frauenanteil in unseren Parlamenten nicht nach oben. Er sinkt sogar.

Schluss damit, sagen jetzt die Regierenden in Brandenburg. Ab 2020 sollen dort nur noch Parteien mit einer paritätisch besetzten Listen zu den Wahlen zugelassen werden. Genialer Plan: Einerseits bereitet man der männlichen dominierten Schmutzkonkurrenz von der AfD Probleme. Auch die Freien Wähler und die FDP sähen alt aus. Andererseits muss die Revolution nicht im Parlament stattfinden. Denn die Direktkandidaten müssen nicht ausgeglichen aufgestellt werden.

Totale Gleichstellung ist eben ein schwieriges Geschäft. Das beginnt schon damit, dass Frauen zaghafter kandidieren. Sie haben in der Regel immer noch zu tun, wenn ein Mann schon auf dem Sofa sitzt. Sie hinterfragen auch genauer, ob sie einer Aufgabe wirklich gerecht werden können. Männer sind sich da sicher, auch wenn sie weniger können.

Außerdem stellt sich die Frage, ob der Staat vorgeben darf, welches Geschlecht zu siegen hat. Wahlen in der Demokratie sind frei und geheim, eine reine Männerpartei mit exklusiven Männerthemen dürfte nicht verboten werden. Auch würden Frauen in solchen Parteien im Übermaß bevorzugt, in denen es sie kaum als Mitglieder gibt.

Schließlich kommt noch die Frage: Was ist mit dem dritten Geschlecht? Müsste es nicht auch bedacht werden, wenngleich sein Anteil an der Bevölkerung unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde liegt? Würde eine neu konfigurierte Alexandra Gauland mit Chihuahua-Halstuch auf diese Weise für alle Zeiten unabwählbar?

Zu Hilfe, gerade wird es zuviel mit den Fragen. Holen wir Frauen in die Parlamente. So viele wie nur möglich. Die nächsten Rakete zünden wir danach: Facharbeiter*innen und Handwerker*innen statt Beamten*innen und Jurist*innen (m/w/d). Es wird ein Fest für die Demokratie.

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