Asyl-Horst: Er ist wieder da.

Er ist wieder da. Horst Seehofer, Schutzpatron der Bayern, Bewahrer des Glaubens, Retter der Oberpfalz! Nach den Körperverletzungen von Amberg dreht er wieder an seinem Leierkasten: Abschieben, schneller abschieben, ganz schnell abschieben, am besten abschieben, bevor einer da ist. Und der große Verbündete, sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann, sekundiert eifrigst in der gut bekannten Weise. Die Politik müsse doch „im eigenen Land“ für Ordnung sorgen dürfen. Er werde alle Hebel in Bewegung setzen, damit das möglich werde.

Gut, man könnte sich darüber amüsieren, dass wichtige CSU-Vertreter auf bestimmte Ereignisse mit einer ausgesprochenen Sprechpuppen-Mechanik reagieren und die üblichen Statements immer und immer wieder abgeben.

Aber es ist nicht lustig. Denn der Innenminister nennt den versuchten Mord von Bottrop, wo ein Rassist mit seinem Auto das „Ausländerproblem“ lösen wollte und die Prügeleien in der Oberpfalz in einem Atemzug. Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz erledigt das. Ein weiterer Sprecher des Innenministerium lässt wissen, dass die fremdenfeindliche Auto-Attacke kein Terrorismus sei. Wegen dieser „allgemein-kriminellen“ Tat nüsse sich nichts ändern. Mit Blick auf Amberg ist Terrorexperte Seehofer offenbar nicht so sicher. Denn er fordert Konsequenzen des Gesetzgebers – gegenüber Asylbewerbern.

Horst Seehofer ist kein Jurist, aber seine Experten im Innenministerium hätten ihm erklären müssen, dass es so nicht geht. Beide Taten sind eben nicht gleich schwer. Sofern es keine anderen Vorstrafen gibt, wird man bei keinem der besoffenen Jugendlichen von Amberg eine Abschiebung, noch dazu in Krisengebiete, ernsthaft betreiben können.

Dennoch wird darüber gebrabbelt, wird wieder so getan, als sei körperliche Gewalt gegen andere in den Genen von Flüchtlingen verankert. Und da so wenig Verstand gar nicht sein kann, ist es ein Fall von politischer Bosheit.

Horst Seehofer & Co. haben die nachrichtenarme Zeit genutzt, um sich mit tätiger Hilfe jugendlicher Deppen als Beschützer und Aufräumer zu inszenieren. Das ist unseriös, das ist widerlich. Man möchte sie ignorieren.

 

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