Dank Pampa-Bündnis geht es Söder gut

An den Börsen gibt es dieses Phänomen: Ein Konzern präsentiert miese Zahlen, aber der Kurs seiner Aktien bleibt stabil. Es heißt dann, die schlechte Situation sei bereits eingepreist. Übertragen auf Markus Söder bedeutet das, dass sein Kurs seit Sonntagabend leicht gestiegen wäre. Denn besser hätte die Wahl angesichts der Ausgangslage nicht laufen können.

So ist das CSU-Ergebnis schlecht genug, um Horst Seehofer endgültig aus dem Weg zu räumen. Das wird eventuell noch ein paar Tage dauern, denn jetzt hat das Wunden lecken und das Demut zeigen Vorrang. Zudem muss eine Koalition gebastelt werden, wofür die Bayerische Verfassung eine Frist von vier Wochen setzt. Das Ergebnis ist andererseits nicht so übel, dass Markus Söder gehen müsste. Es ist ja keiner da, der sich für seinen Job aufdrängt.

Der CSU-Wahlslogan lautete, dass Bayern stabil bleiben möge. Das lässt sich machen. Die Freien Wähler können es gar nicht erwarten, zur Regierungspartei zu werden. Das trifft sich gut, da es sich um eine Gruppierung Marke „Männer, die mitten im Leben stehen“ handelt. Die Freien Wähler sind die Partei der Handwerker, Kleinunternehmer und Bauern, die fest im Raiffeisen-Kosmos des ländlichen Raums verankert sind. Insofern sind sie weniger politische Kontrahenten als schlüssiges Anhängsel der CSU.

Das bayerische Pampa-Bündnis erscheint also absehbar. Markus Söder geht es gut, jedenfalls besser als man denkt.

P.S.: Die wahrscheinliche neue Koalition hilft nicht gegen den Trend, dass der CSU die Wähler in den großen Städten davonlaufen. Da wäre ein Bündnis mit den Grünen vielleicht besser. Aber reale Politik läuft eben so: Wenn sich die Macht für fünf Jahre bequem sichern lässt, braucht es kein Experiment.

 

 

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