Auf dem Sofa kämpfen: Das geht auch

In unseren bewegten Zeiten werden immer neue Feinde der Demokratie sichtbar. Klar, es sind die rechten Schreihälse, die ihre nackten Hintern in die Kameras halten, es sind auch jene braven Bürger, die sich in eigentlich guter Absicht zu den Extremisten gesellen und diesen somit den Rücken stärken.  Aber noch mehr sind es unsere Sofas.

Dies hat gerade unser Außenminister Heiko Maass festgestellt. Der zurzeit beliebteste Politiker des Landes hat den Menschen vorgeworfen, den treudeutschen Hasspredigern allzu passiv zuzuschauen. So könne die Demokratie nicht gerettet werden. „Runter vom Sofa!“ müssen die Devise lauten.

Das passt zu Heiko Maass. Er ist kein Freund des Statischen. Zwar erledigt er seine Amtsgeschäfte zumeist gemessenen Schrittes. Andererseits ist er begeisterter Rennradfahrer mit Triathlon-Erfahrung, weshalb ein ausgeprägter Bewegungsdrang vorausgesetzt werden kann. Also plädiert er fürs Rausgehen gegen Rechts. Je mehr Menschen bei der Demo, umso besser.

Dagegen ist zunächst nichts zu sagen. Tatsächlich hat Bequemlichkeit um sich gegriffen. Demokratische Errungenschaften werden von vielen Menschen so gesehen, als seien sie da, weil es eben so ist. Zu wenig wird daran gedacht, wie zerbrechlich eine Demokratie ist, wenn gewalttätige Horden durch die Straßen ziehen. Auch die Gewerkschaften haben dieses Problem. Sie verlieren Mitglieder, weshalb Arbeitgeber immer dreister Errungenschaften für Arbeitnehmer schleifen.

Aber das Sofa ist nicht schuld. Denn es kann auch eine wunderbare Basis für den Kampf für die Demokratie sein. Dann nämlich, wenn man die Rechten in ihrem Hetz-Biotop, den sozialen Netzwerken bekämpft. Widerstand geht auch virtuell.

Man kann Sitzenbleiben und trotzdem Aufstehen. Das klingt paradox. Ist es wohl auch. Aber die Zeiten sind so.

 

 

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