Aufstehen! Es ist genug!

Wann ist es soweit? Wann werden die rechten Menschenfeinde in die Schranken gewiesen? Wann steht die schweigende Mehrheit auf? Nach den Vorkommnissen von Chemnitz müsste klar sein: Es brodelt im braunen Sumpf. Wir müssen aufpassen. Und Haltung zeigen.

Eigentlich unvorstellbar, dass in Deutschland Menschen mit einem vermeintlich undeutschen Aussehen gejagt, beschimpft und getreten werden. Dass Ausländer als „Geschmeiss“, „“Kanacken“ oder „Zecken“ angebrüllt werden, dass der Mitläufer einer unangemeldeten Demonstration bei laufender Kamera darüber sinniert, dass man deren Kinder abstechen sollte. Und dass der AfD-Politiker Bernhard Wedlich filmt und sein Video auf Facebook verbreitet.

Hass an der Schwelle zum Wahnsinn ist real geworden. Jetzt möge niemand daherkommen und sagen, dass vor allem Fußballfans die Anführer waren. Hooligans seien blöd, das wisse man doch. Es sei nicht so schlimm, wie es aussieht. Aber wenn Menschen in dieser Weise angegriffen werden, weil ihnen Einpeitscher nach einem tödlichen Streit vermitteln, dass alle Ausländer potentielle Verbrechern seien, ist das furchtbar. Richtig ist bloß, dass der Mob von Chemnitz nicht „das Volk“ darstellt. Auch in Sachsen denkt die Mehrheit anders.

Aber die Pogromstimmung kommt nicht von ungefähr. Sie ist das Ergebnis einer von interessierten Personen immer wieder befeuerten Asyldebatte. Mit Beiträgen, die den angeblich besorgten Bürgern  den Stoff liefern, um ein rassistisches Denken zu entwickeln und gemeinsam mit anderen zu pflegen.

Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir eine zynische Gesellschaft nach dem Geschmack der Salvinis oder Orbàns? Oder wollen wir in einem Land leben, in dem jeder Mensch geachtet wird, in der Recht und Gesetz gelten und blinder Hass keinen Platz hat?

Diese Fragen beantworten nicht Politiker, Gerichte oder Polizisten. Das müssen wir tun. Eine Demokratie lebt nicht von ihren Zuschauern, sondern von denen, die sie gestalten und sie verteidigen. Aufstehen! Es ist genug!

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