Umfragen: Jeder lügt ein bisschen…

Vor manchen Dingen sollte man sich hüten. Etwa davor, jeder Umfrage zu glauben. Denn oft wird gelogen. Einfach deshalb, weil sich die Menschen so äußern, wie sie gerne wären.

Das jüngste Beispiel hat die Gesellschaft für Konsumforschung abgeliefert. Die Nürnberger Marktforscher hatten gefagrt, worauf es den Menschen bei ihrer Ernährung ankommt. Und 53,6 Prozent der Befragten gaben an, dass es vor allem schmecken muss.

Wie sehr das Unsinn ist, wird erst recht klar, wenn man bedenkt, dass die Umfrage für das Apothekenmagazin Senioren Ratgeber durchgeführt wurde. Gerade ältere Leute sind es doch, die uns erzählen, dass früher alles besser geschmeckt hat. Nun leiden Senioren sicherlich darunter, dass ihre Sinneswahrung schleichend nachlässt. Das merkt man nicht so, weshalb alte Menschen Hinweise auf ihre Schwerhörigkeit gerne mit der Kritik beantworten, dass der Gesprächspartner bloß zu leise redet.

Aber wahrscheinlich haben sie auch recht. Wer sieht, wie verarmt unsere reale Auswahl an Salaten oder Gemüse gemessen an den theoretisch essbaren Sorten ist, wer sieht, dass immer mehr Pflanzen weltweit aus demselben Genlabor stammen, dem ist klar, dass es Vielfalt im Geschmack nicht mehr so wie früher gibt. Die Weltbevölkerung wächst, es müssen viel mehr Menschen ernährt werden. Da bleibt kein Platz für Genuss-Romantik.

Ein Viertel der Deutschen achtet laut Umfrage ganz betont auf gesunde Ernährung. Vor allem Frauen (34,1 Prozent) sagen dies über sich. Dies entspricht den Erwartungen, wobei die Antwort auf die Frage, welches dem Körper wirkich gut tut, auch nicht einfach zu geben ist.

Doch wir waren ja beim Thema „Gelogene Umfragen“. Tja, und hier ist festzuhalten, dass lächerlich wenige 5,4 Prozent zugegeben haben, dass für sie beim Einkaufen der Preis am wichtigsten sei. Nur jeder 20. Noch Fragen? Nächste Umfrage bitte.

 

 

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