Bühne frei für den Horst!

Horst Seehofer ist ein besonderer Politiker. Bereits in seiner späten bayerischen Phase als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender glänzte er durch die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit seine Meinung zu ändern. Auch konnte der schwarze Riese mit der sanften Stimme bei Bedarf zum Kampfhund werden. Als es um die Pkw-Maut ging rüttelte und schüttelte er Kanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung so lange durch, bis die eher sinnlose Idee akzeptiert war. Doch nie war so viel Horst wie beim Asyl.

Seit wenigstens drei Jahren reibt er der Kanzlerin unter die Nase, dass hier alles furchtbar schief läuft. Die bayerischen Berge, eigentlich ein Symbol von Freiheit und Weit, sind in seiner Gedankenwelt zum Einfallstor für Heerscharen afghanischer oder syrischer Flucht-Ötzis geworden, die nur das Ziel kennen, den Einheimischen ihren Wohlstand wegzunehmen. Böse Individuen, die den Islam verbreiten möchten. Minarett statt Maibaum? Gebetsteppich statt Bierbank? Nicht mit Horst!

So sehr hat sich Seehofer ins Thema verbissen, dass er die Parolen der AfD nicht nur übernimmt, sondern sogar noch steigert. So sehr treibt es ihn um, dass er hier innig mit seinem Todfeind Markus Söder zusammenarbeitet. Angela Merkel müsse ihm doch endlich folgen, fordert er. Sonst muss sie weg oder er schmeißt hin. Und dann wird dieses Land schon sehen, wo es bleibt.

Wegen des Asylstreits ist Horst Seehofer jetzt als Innenminister und Parteivorsitzender zurückgetreten, um unmittelbar darauf den Rücktritt vom Rücktritt zu verkünden. Das erinnert an einem Schwank aus einem Bauerntheater oder an eine dieser Verwechlungskomödien, bei denen ständig Türen und Fenster auf und zu gehen und die Akteure immer wieder draußen oder drin sind.

In alldem ähnelt er einem anderen Großpolitiker dieser Tage, dem famosen US-Präsidenten Donald Trump. Auch dieser wechselt bei Bedarf seine Meinung wie seine Hemden. Auch er ist ein Macho mit einem massiven Frauenproblem.

Horst Seehofer ist ein Mann im Rentenalter, der wohl besser Ruhe geben sollte. Ein stressfreies Rentnerdasein wäre ihm zu gönnen. Doch wenn ihm seine Adlaten wie Alexander Dobrindt zuraunen, dass er unersetzlich sei, wird er Angela Merkel nicht nur eine letzte, sondern auch eine allerletzte und allerallerletzte Chance geben.

Lassen wir ihn also machen und freuen uns am Horst’schen Theater. Denn irgendwann geht doch alles vorbei.

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