Überraschung: Die Welt wird besser

Wie schön, das Wetter wird besser. Ach wenn es doch, so denken wir mit leicht verbrannter Stirn im Angesicht unseres Stromboli-Eisbechers, mit dieser Welt genauso wäre. Wenn sie doch auch besser und besser würde. Das Erstaunliche: Sie tut es.

Zumindest lehrt uns das der schwedische Wissenschaftler Hans Rosling. Er hat massenhaft Daten über die Welt gesammelt und zum Teil über lange Zeiträume verglichen. Demnach zeigt sich, dass es so etwas wie Fortschritt gibt.

Zum Beispiel sind im Jahr 1800 noch 44 Prozent der Kinder vor dem fünften Lebensjahr gestorben. Heute sind es vier Prozent. Der Anteil der fünf- bis 14-jährigen Kinder, die arbeiten müssen, ist von 28 Prozent im Jahr 1950 auf zehn Prozent gesunken. 1800 konnten weltweit nur zehn Prozent der Menschen lesen und schreiben. Heute sind es 86 Prozent. 1980 lag die Quote der Internet-Nutzer bei Null, heute bei knapp 50 Prozent.

Im Jahr 1850 traten die Pocken in 148 Ländern auf, heute gilt diese Krankheit als ausgerottet. Der Anteil der Menschen, die in einer Demokratie leben, ist von einem Prozent im Jahr 1816 auf 56 Prozent gestiegen. Der Anteil der Menschen mit Wasser aus einer geschützten Quelle ist von 56 Prozent im Jahr 1980 auf 86 Prozent gestiegen. Auch weitere Daten Roslings sprechen für eine bessere Welt.

Bloß, wie kommt es dann, dass wir die Lage so oft so traurig betrachten? Es ist wohl die Kehrseite einer eigentlich wunderbaren Eigenschaft des Menschen. Wir können schlechte Erlebnisse vergessen oder verdrängen, wir können verzeihen.

Deshalb ist die alte Zeit immer eher eine gute. Während die Gegenwart, und erst recht die Zukunft, als schwierig erscheint.

Seien wir doch weniger verzagt, folgen wir unserer unermüdlichen Kanzlerin im rechten Sinne: Die Welt wartet nicht, sie kennt kein „Weiter so“. Und ob und wie sie besser wird, liegt immer auch ein bisschen an uns selber. Alsdenn.

 

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