Die Sommerzeit gehört nicht zu Deutschland

Was gehört zu Deutschland? Die alte Diskussion ist neu entfacht. Man möchte pragmatisch denken und feststellen: Alles, was bei uns existiert und passiert. Und doch gibt es etwas, das uns belastet, das da ist, obwohl es kaum jemand will: Es ist die Sommerzeit.

Ein halbes Jahr lang müssen wir eine Stunde früher aufstehen. Das schafft Probleme über Probleme. Ein ganzes Volk wird zu frühen Vögeln gemacht. Jeder Wurm wartet eine Stunde früher. Wer morgens Zeitung liest, braucht wieder Licht. Wir müssen hellwach sein, obwohl wir es noch gar nicht sind. Die Zahl der aus Versehen geleisteten Überstunden steigt, weil es länger hell ist.

Oder nehmen wir die Tierwelt. Unsere sonst so fressfreudigen Hauskatzen dösen mit kleinen Augen vor ihrem zu früh befüllten Fressnapf. Hunde schlurfen beim verfrühten Gassigang lustlos neben ihrem Herrchen her. Rehe und Böcke, die sich entlang der Landstraßen vor Sonnenaufgang beschnuppern oder paaren konnten, finden sich jetzt mitten im Berufsverkehr wieder.

Aber warum ist die Zeitumstellung ein Skandal? Weil sie kaum jemand will. Neuen Umfragen zufolge sind 70 Prozent der Bundesbürger gegen die Sommerzeit. Also fast so viele, wie sich gegen den Islam wenden. Obwohl sie niemand extra aufgehetzt hat.

Und was macht die Politik? Nichts. Trotz der klaren Meinung im Volk schaut sie zu, wie unsere Zeit verschoben wird. Auf die Idee, den Unsinn zu beenden, kommt man nicht.

Tja, für eine blutige Revolution eignet sich das Thema nicht. Dann fügen wir uns eben. Und diskutieren wieder Ende Oktober. Indem wir fragen: Verdammt, warum ist es plötzlich so früh dunkel?

 

 

 

 

 

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