Die große Karriere des dummen Geredes

Also sprach Heimatminister Horst Seehofer: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Und schon überschlagen sich die Sensations-Spürhunde, Sprachanalytiker und politischen Kommentatoren. Ist dieser Satz nun wichtig? Ist er klug oder doch falsch? Wir lesen, hören, sehen und diskutieren.

Wir hätten uns die Aufregung sparen können. Seehofers Aussage ist Bockmist, eigentlich völlig uninteressant. Denn selbst ein Innen- oder Heimatminister hat nicht darüber zu entscheiden, was zu Deutschland gehört und was nicht. Das Grundgesetz sichert den Menschen Religionsfreiheit zu. Also können sie an jedem Ort glauben was sie wollen. Sie können Jesus verehren oder den Propheten Mohammed. Sie können sich auf die Wiedergeburt freuen oder als gläubige Atheisten sicher sein, dass es kein Leben nach dem Tod gibt. Sie können an Helene Fischer oder an die zehnte deutsche Fußball-Meisterschaft des 1. FC Nürnberg glauben. Es geht die Politik nichts an.

Weil das so klar ist, stellt sich die Frage, warum Seehofers Blafasel so überragende Beachtung findet. Vermutlich bloß, weil er zuerst im führenden Intelligenz-Blatt dieses Landes, der Bild-Zeitung, zitiert wurde. Also war davon auszugehen, dass jeder darüber reden würde. Schweigen ging nicht.

Der Islam ist das Lieblingsthema der Ausgrenzer. Wahrhaftige Heimatfreunde könnten aber mehr Dinge finden, die nicht zu Deutschland gehören. Wie ist es mit Sushi, wie mit Ikea-Möbeln, mit Parmaschinken, dem iPhone oder famoser Mode von H&M? Alles fremdländischen Zeug, das ohne Rücksprache mit dem Volk importiert wurde.

Herr Seehofer, übernehmen Sie! Sorgen Sie für Ordnung und deutschen Sie Deutschland endlich wieder ein. Retten Sie Bockbier und Sauerkraut! Wir helfen und danken.