Die hohe Politik: Sie liebt den braven Untertan

Freut Euch, Ihr kleinen Leute. Die neue Regierung hat Euch entdeckt. Sie wird sich um Euch kümmern, wie keine andere Regierung vor ihr. Es ist versprochen.

Und es ist eigentlich ein Drama. Zeigt es doch, wie flach unsere führenden Politiker_innen denken. Die GroKo-Parteien haben ja festgestellt, dass es ein „Weiter so“ nicht geben darf. Gemeint ist damit aber nicht zwingend, dass die bisherige Arbeitsweise der Regierungen in Frage gestellt würde. Tatsächlich wichtiger ist, dass die Menschen damit aufhören, die falschen Parteien zu wählen.

Die falscheste Adresse ist aus diesem Blickwinkel insbesondere die AfD. Jene Partei, von der man annimmt, dass sie vor allem die zu kurz Gekommenen, also die insbesondere von CSU-Chef Horst Seehofer so bezeichneten  „kleinen Leute“ begeistert. Sie möchte man zurückhaben.

Aber was ist das für ein Bild? Dem kleinen Mann fehlt ja vor allem eines: die Augenhöhe. Er ist keiner, mit dem man ernsthaft über richtige und falsche Politik diskutieren möchte.  Man tätschelt ihm den Kopf und sorgt für ihn, so gut man eben kann. Sofern er braver Untertan bleibt, genügt das.

Mag sein, dass „Weiter so“ nicht mehr gilt. Mag sein. Aber der Satz „Wir haben verstanden“ war wohl nicht so ernst gemeint.