Urlaubssorgen? Das digitale Handtuch hilft

Urlaub ist Freiheit. Man lässt die Pflichten schleifen, ist locker und lebt einfach in den Tag hinein. Wer das glaubt, kennt deutsche Touristen nicht. Es regiert die Pflicht.

Eine vorzügliche Möglichkeit zur Touristen-Beobachtung ist eine Kreuzfahrt auf dem Nil. Wenn um 8.30 Uhr Frühstück angesetzt ist, darf man davon ausgehen, dass spätestens fünf Minuten danach alle auf ihrem Platz sind. Der Tagesablauf ist geregelt, jeder hält sich daran. Ausbrechen aus der Routine gilt nicht.

So ist das auch mit den Liegen am Hotel-Pool. Während sich in den heimatlichen Dienstleistungs-Unternehmen das Prinzip des non-territorialen Arbeitsplatzes durchsetzt (der Laptop wird im täglichen Wechsel am nächsten freien Schreibtisch angestöpselt), herrscht hier das Prinzip des Stammplatzes. Dieses wurde bisher gelebt in Form des Revier-Handtuchs.  Auf die Liege gelegt, markierte es den Anspruch des Liegenden.

Menschen anderer Nationalität haben sich damit schwer getan. Es kam zu Konflikten am Pool, was aus Sicht der stets von Schadenersatzansprüchen bedrohten Tourismus-Anbieter nicht der Fall sein darf. Auch das Servicepersonal der Hotels hat weiß Gott Besseres zu tun, als über individuelle Standortrechte zu entscheiden.

Aber es gibt ja dieses Internet. Also ist es jetzt bei drei großen Reiseanbietern möglich, Liegestühle vor Reisebeginn online zu reservieren. Kostet 25 Euro. Der Gewinn an Sicherheit ist enorm

Man könnte sich stattdessen auch zwei richtig schöne Cocktails bestellen. Aber das wäre spontaner Genuss, völlig undeutsch. Jede Wette: Die Liegenreservierungs-App wird ein Erfolg. Wir haben eine Sorge weniger. Und darauf kommt es schließlich an.

 

 

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