Auf der Suche nach dem süßen Leben

Arbeit macht das Leben süß. Damals, weit vor dem Dieselskandal, als Made in Germany noch das Siegel des uneingeschänkten Vertrauens war, kannten wir den geraden Weg zum Glück. Heute ist diese Vision dahin. Stress, Arbeitsverdichtung und der Vormarsch des Digitalen vergällen uns die Freude am Job. Wir suchen anderen Freuden.

Zum Beispiel Schokolade, Gummibärchen oder Pfefferminzbonbons. Süßes geht bei uns immer. Der für die Überzuckerung der Bevölkerung zuständige Handelsverband will herausgefunden haben, dass jeder Mensch in Deutschland pro Jahr 31 Killogramm Süßwaren verzehrt.

Hier werden Präferenzen deutlich. Die Antidepressions-Knabbereien werden deutlich häufiger gegegessen als Käse (23,6 Kilogramm) oder Hühnereier (15,7 Kilogramm), allerdings viel weniger als Gemüse (93,8 Kilogramm) und selbstverständlich als Fleisch (88 Kilogramm).

Trotzdem gehört Naschen zum Dasein des Wohlstandsmenschen. Weil in dunklen Zeiten ein wenig Licht im Gaumen gut tut. Und das könnte man einfach so stehen lassen. Wenn nicht die Ernährungs-Tugendwächter auf den Plan treten würden. Jene, die Zucker für eine gefährliche Drogen halten und Kekse und Bonbons am liebsten zuckerfrei haben möchten. „DDR reloaded“, schimpft da der Mann vom Süßwarenverband.

Die Diabetes-Mahner haben recht. Selbstverständlich: „Schokolade bricht das Fasten nicht“, meinte andererseitis der Philosoph und Autor Honoré de Balzac.

Vielleicht fehlt uns Gummibärchen-Junkies bloß die wahre Süße, die Liebe. Sie hält uns froh, gesund und schlank, ist aber im Supermarkt nicht verfügbar und hat oft auch eine  zartbittere Komponente. Fazit: Jeder hilft oder schädigt sich wie er kann. Wie es ausgeht, weiß man erst nach vielen Jahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *