Markus Söder: Er baut auf S und K.

Na also, die CSU schnüffelt wieder an den 40 Prozent. Zwar noch von unten, allerdings spricht die entsprechende Umfrage dafür, dass es sich um einen kleinen Markus-Söder-Effekt. Kann also ein Franke die denkbar weiß-blaueste Partei wieder richtig stark machen? Die Buchstabologie spricht dafür.

Denn: Söders Name beginnt mit „S“. Das war in der Nachkriegszeit ein Kern-Merkmal bayerischer Ministerpräsidenten. Bei sechs von zehn Landesvätern war das so. Die Reihe beginnt 1945 mit dem Kurzzeit-Amtsinhaber Fritz Schäffer, der von Mai 1945 vier Monate amtierte, später aber Bundesfinanz- und -justizminister wurde. Hanns Seidel regierte Bayern von 1957 bis 1960. Ihm ist die bereits Jahre vorher geleistete Mitarbeit an der sehr fortschrittlichen bayerischen Verfassung hoch anzurechnen. Heute fällt sein Name allerdings zumeist in Verbindung mit einer nach ihm benannten Stiftung, deren Leitung gerne erfahrenen CSU-Politikern angetragen wird, die die Partei ansonsten nicht mehr brauchen kann.

Bereits der Neuzeit nähern wir uns mit Franz-Josef Strauß. ER, der es damals als lebende Legende der Freistaats-Konservativen zum Cover-Boy in Markus Söders Jugendzimmer gebracht hat, amtierte von 1978 bis 1988. Es folgten der historisch nicht so bedeutende Max Streibl (1988 bis 1993) und der nach Zwei-Drittel-Mehrheit völlig überdrehte Edmund Stoiber. Letzterer wurde durch die attraktive Fränkin Gabriele Pauli – „A roude Hex'“, wie der oberbayerische Volksmund feststellte – ins politische Abseits befördert. Ihre Mitstreiter schlugen sich schnell in die Büsche.

Nach der erfolglosen Episode mit Günther – falscher Anfangsbuchstabe – Beckstein folgte Horst Seehofer. Bis zur nächsten Landtagswahl wird er fast zehn Jahre amtiert haben. Er hat die vom Buchstaben „S“ vorgegebenen Richtungswechsel stets mit Freude durchgeführt.

Was aber erwartet Markus Söder? Wird er sich in die erfolgreiche bayerische S-Klasse einreihen? Oder kommt er der SPD zu nahe, die sich mit Schröder, Steinmeier, Steinbrück und Schulz Schritt für Schritt zurückentwickelt hat.

Hoffnung vermittelt seine Ehefrau, Sie heißt Karin, wie die Gatinnen der beiden letzten großen Partei-Platzhirsche Stoiber und Seehofer auch.

Tradition, und seien sie noch so klein, sollte man pflegen. Wer wüsste das besser als die CSU? Alsdenn. Wir werden sehen.

 

 

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