Die SPD braucht GroKo-Parfüm

Arme SPD. Sie hat die Opposition wirklich gewollt. Doch nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen zeigen viele mit den Fingern auf die große, alte Partei. Und sie rufen: „Verweigerer!“, „Feiglinge!“, „Sturköpfe!“, und andere böse Worte.

Ungerecht ist das. Denn tatsächlich haben die Sozialdemokraten jedes Recht, sich von Angela Merkel erholen zu wollen. Mutti übt ihre Richtlinienkompetenz – zumindest öffentlich – sehr diskret aus. Es wirkt, als ließe sie die anderen großzügig machen. Mit der Folge, dass eine sozialdemokratische Errungenschaft wie der Mindestlohn ihrer Toleranz zugeschrieben wird. In einer Beziehung mit ihr ist noch jede andere Partei – siehe auch FDP – schlecht gefahren.

Die SPD aber dient treu dem Volk. Auch ihr Gang in die Opposition wäre so zu sehen. So wird ja verhindert, dass die AfD als größte Oppositionspartei immer zuerst auf die Regierung antworten und den Vorsitz im wichtigen Haushaltsausschus übernehmen darf. Kommt die GroKo, reiben sich die Rechten die Hände.

Also wird darüber diskutiert, dass die SPD eine Minderheitsregierung akzeptiert. Man hätte immer etwas zu sagen, könnte aber das Geschehen mit Vernunft beeinflussen. Das geht aber nur, wenn es die Union alleine versucht. Eine Regierung, der die Grünen angehören, könnten die Sozialdemokraten nicht so gelassen begleiten.

Und dann ist da dieses großes Dilemma: Wenn man Frau Merkel auf diese Weise regieren lässt – was ist, falls sie damit Erfolg hat? Warum soll man der nicht gerade mit überragenden politischen Leuchten durchsetzten Union alle Ministerien samt angegliederter Posten und Pensionsansprüchen einfach so überlassen? Wäre ehrliches Dabeisein nicht doch besser?

Eigentlich die Sache klar. Es riecht nach GroKo, Volume 3. Die Chef-Genossen müssen das Ganze nur noch parfümieren, damit es aus Sicht der Mitglieder nicht zu sehr stinkt. Man will es ja nicht selber gewesen sein. Aber das findet sich. So kurz vor Weihnachten reichlich in jeder gut sortierten Drogerie.

 

 

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