Jamaika? Es könnte schlimmer kommen

Es könnte schlimmer kommen. Sollte die SPD doch noch das Flehen von Alexander Dobrindt erhören, jedoch zwecks vorab gegebener Versprechen auf einer Regierungsbeteiligung der Grünen bestehen, hätten wir Schwarz-Rot-Grün, also die Afghanistan-Koalition. Keine Frage, die Prognosen für dieses Bündnis wären noch düsterer, als sie für die Jamaika-Verbindung klingen.

Wann immer die konkreten Verhandlungen beginnen und wie immer sie ausgehen: Wir sollten Hans-Bernd Schmitz danken. Im Jahr 1993 hatte der damalige Redaktionsleiter des Dormagener Anzeigenblatts „Schaufenster“ die Idee, eine Verbindung von Union, FDP und Grünen nach dem karibischen Inselstaat zu benennen. Als alternative Bezeichnung wurde zwischenzeitlich „Schwarze Ampel“ oder kurz „Schwambel“ gehandelt. Das klänge allzusehr nach GroKo in der Endphase. Der Start der neuen Regierung wäre schwer belastet.

Aber gibt es Verbindungen zu Jamaika. Uns Sportfreunden fällt zunächst Usain Bolt ein. Der Mega-Star feierte einige seiner schönsten Erfolge in Berlin und rannte in Schuhen aus dem fränkischen Herzogenaurach. Seine famose Schnelligkeit geht nach eigenen Angaben auf den reichlichen Verzehr von Kartoffeln zurück. Womit er sich als Bruder im Geiste vom Alten Fritz zeigt. Der Preußenkönig hat ja dem deutschen Volk den Erdapfel erst richtig schmackhaft gemacht.

Auch Jamaikas endemische Vogelart, der Wimpelschwanz, deutet auf sportliche Begegnungen hin. Ebenso wir der häufig vorkommende Maskentölpel, welcher bei uns vor allem als Hardcore-Fan bei Spielen der Fußball-Bundesliga bekannt ist. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von 23,7 Jahren ist im Grundsatz undeutsch, entspricht aber ziemlich genau jenem der deutschen Nationalelf bei bedeutungslosen Freundschaftsspielen.

Durchaus wesensverwandt, aber doch anders ist der Gebrauch von Marihuana zu sehen Dieser geschieht bei uns zahlreich, aber heimlich. Auf Jamaika ist der Genuss von Joints in haushaltsüblichen Mengen gestattet. Was die religiöse Gruppe der Rastafari, welche den verstorbenen äthiopischen Kaiser Haile Selassi als Heiligen verehrt, auf einen Vers aus der Johannes-Offenbarung zurückführt. Demnach dienen die Blätter der Bäume „der Heilung der Völker.“

Alles recht sympathisch, wenn da nicht der Wahlspruch des Landes wäre: „Aus vielen Völkern ein Volk“. Wenn das Horst Seehofer mitbekomen sollte, ist es vorbei mit Jamaika.

Theoretisch bliebe dann nur noch das Alle-gegen-Merkel-Bündnis aus Rot, Gelb, Grün und Blau. Auch diese Flagge gibt es, sie gehört zu Mauritius.

Weshalb schon jetzt klar ist, dass es dazu nicht kommen wird. Denn die AfD würde darauf pochen, dass das Wertvollste einer Mauritius-Koalition, das Blaue, von ihr eingebracht wird. Ist auch besser, denn so wäre es dann doch zu schlimm gekommen.

 

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