Alexander Gauland, ein Faschist aus Versehen?

Die AfD ist wieder da. Lange Zeit schien es, als würde die Rechtsaußen-Partei ohne großes Geschrei in den Bundestag einziehen. Doch nun hat ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland den Faschisten aus Versehen gespielt. Seitdem herrscht Empörung.

Die Bühne für seinen Angriff auf die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung war ein Wirtshaus im thüringischen Eichsfeld. Aydan Özuguz hatte bestritten, dass es über die über die Sprache hinaus eine typisch deutsche Kultur gebe. Das war zwar schon im Mai dieses Jahres, aber der Zorn des 76-Jährigen AfD-Politikers war offenbar noch frisch. Also sprach er davon, dass man diese „Deutsch-Türkin“ in Anatolien „entsorgen“ werde. Großer  Jubel im Saal.

War das ein Versehen? Ein böser Ausrutscher? Ist mit ihm der Gaul durchgegangen? Wahrscheinlich nicht – und das macht die Sache noch schlimmer.

Alexander Gauland ist kein dummgesoffener Stammtischpolitiker, er ist intelligent, politisch erfahren und weiß um die Wirkung von Worten. Gehen wir also davon aus, dass seine Formulierung beabsichtigt war. In diesem Fall hätte der AfD-Mann eine Frau mit türkischem Namen bewusst mit einem Begriff belegt, der sonst in Zusammenhang mit Abfall verwendet wird. Er hätte es getan, um durch den vorhersehbaren Aufschrei Aufmerksamkeit für seine Partei zu schaffen. Und dabei jene Klientel bedient, die nach dem dritten Bier gröhlt: „Von dieser Türken-Schlampe lassen wir uns nicht sagen, was deutsch ist.“

Allen, die nicht so denken, ist zu empfehlen, dass sie sich nicht an Gaulands Formulierung festbeißen. Zu ächten ist indes seine Methode: Hass säen auf dem Rücken anderer Menschen, um selbst Vorteile zu erzielen. Das ist keine Entgleisung unter Demokraten. Es ist faschistisch.