Deutsche im Urlaub: Es geht auch um den Zehntel-Cent

Wie sind die Menschen? Unterscheiden sich die Nationalitäten? Ein guter Blick ergibt sich von der Kasse eines Supermarktes aus. Also fragen wir Marija, Kassiererin in einem großen Markt in der kroatischen Touristenstadt Umag.

Es mag überraschen, aber Marija schwärmt für die Briten. Genauer gesagt, für die jungen Briten. Von den Alten höre man schon, dass sie zu viel Alkohol schluckten. Aber die Jungen, die seien sehr zuvorkommend und höflich. Anders als gleichaltrige Kroaten. „Die schauen uns Kassenpersonal nicht mal an“, so Marija.

Die Tschechen mag sie nicht so. Die seien „cattivo“, sagt sie auf Italienisch. Also böse, mindestens aber unangenehm. Russen seien auffallend langsam beim Einkaufen. Sie ließen aber auch das meiste Geld im Land. Ihre Einkäufe seien mitunter enorm, es nehme fast kein Ende. Der Kassierin begegneten sie allerdings – positiv betrachtet – neutral. Marija dazu: „Kein Lächeln, kein gutes Wort, fast immer versteinerte Mienen.“

Die Österreicher seien häufig sehr gesprächig, allerdings nur in ihrer Sprache. Und die Deutschen? „Sie machen ihre Arbeit“, sagt Marija. Höflich seien sie, aber in einer Hinsicht seltsam: Sie schauten ihre Rechnung nie an, bestünden aber darauf, dass auch die letzten fünf Lipe (Wert: 0,7 Cent) herausgegeben würden.

Punkte bei Marija sammeln allerdings die deutschen Kinder. Diese wirkten sehr selbstständig, zahlten ihr Spielzeug und ihre Süßigkeiten mit ihem Taschengeld. Kroatische Kinder könnten  die mit kindergerechtem Kleinkram bestückte Quengelzone an der Kasse klaglos ignorieren.

Aber wer nervt an der Supermarkt-Kasse am meisten? Marijas klare Antwort: die Italiener. Diese benähmen sich wie die Größten überhaupt, es gebe auch keine Kunden anderer Nationalität, die auf die Idee kämen, an der Kasse trotz beachtlicher Warteschlange nach einem Rezept für kroatische Nudeln zu fragen. Auch quengelten italienische Kinder am lautesten.

Unterm Strich bedeutet das: Wir Deutschen sind weit weg vom letzten Platz. Und das Aufrunden von Kleinstbeträgen – das schaffen wir auch noch.

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