Und das Töten geht weiter…

Syrien, Syrien – der ewige Krieg. Man kann sich den Kopf zerbrechen, wie man mag. Was richtig ist oder – noch besser – was diesen elenden Konflikt befrieden könnte, weiß vermutlich niemand. Offenbar hat jeder Beteiligte seine eigene Wahrheit und handelt entsprechend.

Die USA haben also einen Flughafen der syrischen Armee mit Raketen angegriffen. Was bringt uns das?  Vielleicht ein Gefühl von gerechter Strafe. Die so genannte freie Welt hat einem skrupellosen Diktator gezeigt, wo die ominöse Rote Linie ist, nach deren Überschreiten gehandelt wird. Die unvorstelbare Barbarei eines Giftgas-Angriffs soll nicht ohne Folgen bleiben. Und Neu-Präsident Trump hat demonstriert, dass er nicht vor dem Bösen zurückweicht wie sein allzu weicher Vorgänger.

Was bringt dieser Angriff nicht? Eine Veränderung in diesem Krieg. Die Regierungen von Syrien und Russland zeigen sich empört, werden aber wegen ein paar toter Soldaten und einigen zerstörten Flugzeugen nicht viel unternehmen. Solche Ereignisse sind als Randposten in einem Konflikt eingepreist, in dem schon hunderttausende Menschen sinnlos gestorben sind. Und in dem immer wieder Menschen „aus Versehen“ auch von den vermeintlich Guten getötet werden. Wohlkalkulierte Beschimpfungsroutine ist somit das Gebot der Stunde.

Mag sein, dass es so das Beste ist. Denn wie wäre es eigentlich, wenn die bei uns als sicher geltende Version der Tragödie von Chan Scheichun nicht wahr sein sollte. Wenn das syrische Regime keine Chemiewaffen mehr besitzt und tatsächlich Giftgas-Depots von Terroristen bombardiert hätte?

Trumps Angriffs-Befehl würde dann ebenso auf Lügen basieren, wie der Irak-Krieg von George W. Bush. Es wäre Irrsinn 2.0. Und würde es sich als wahr herausstellen- was würde passieren? Es gäbe eine kleine Welle der Empörung in Richtung USA. Ein paar Generäle würden etwas wie „blöd gelaufen“ murmeln und mit den Schultern zucken. Die Rüstungskonzerne würden die Dividenden erhöhen.

Sicher wäre nur: Das Töten ginge weiter. Aber das tut es in Syrien ja sowieso.

 

 

 

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