Die Briten sind weg. Die EU hat Veitshöchheim

„Die sind doch alle verrückt!“ Leicht geht uns dieser Satz von den Lippen, wenn wir über den Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union reden. Der Brexit wirkt wie ein dummes Versehen, das aber, weil es nun mal stattgefunden hat, nicht geändert werden kann.

Und es gibt ein weiteres Indiz dafür, dass da ein närrischer Plan vorliegt. Mit dem endgültigen Ausscheiden der Briten bekommt die EU einen neuen geographischen Mittelpunkt. Der Ort heißt Gadheim, liegt in Unterfranken und gehört – jawohl – zu unseren Faschingshochburg Veitshöchheim. Man darf davon ausgehen, dass die Närinnen und Narren diese hervorgehobene Stellung ihres fränkischen Olymps in ihre Texte einarbeiten werden.

Nun ist der organisierte Frohsinn nicht für jeden lustig. Mancher würde ihn sogar als heimtückische  Attacke aufs eigene mentale Wohlbefinden einstufen. Aber es wäre doch gut, wenn große Führer*innen wie Le Pen, Orban, Höcke oder Wilders bloß schlechte Büttenredner wären.

Und nehmen wir an, der türkische Präsident Erdogan könnte über sich selbst lachen und würde sich im Staatsfernsehen von Komikern den Kopf waschen lassen. Die Zahl der eingesperrten Richter, Journalisten, Professoren und Lehrer wäre vermutlich kleiner.

Auch unsere veralberten Politiker lachen manchmal bloß, weil es zum Spiel gehört. Trotzdem: Veitshöchheim als Mitte der EU könnte ein gutes Signal sein. Auf unseren Brexit, ein dreifach donnerndes Helau.