Ein Superheld mit hoher Stirn

Superhelden stellt man sich gemeinhin gutaussehend und durchtrainiert vor. Gemäß dem Motto: Unter einer guten Frisur sitzt immer ein gesunder Geist. Es gibt Superman, es gibt James Bond. Doch jetzt gibt es Martin Schulz.

Der SPD-Kanzlerkandidat geht gerade ab wie eine Fledermaus im Batmobil. Es scheint, als sei uns ein roter Messias erschienen.  Ganz aktuell hat er seine Konkurrentin in der Umfrage hinter sich gelassen, seine Partei hat acht Prozentpunkte zugelegt. Der Mann sieht ganz und gar nicht heldenhaft aus. Aber er redet viel von Gerechtigkeit. Das mögen die Leute gerade sehr – und dies absolut zurecht.

Wirft das Angela Merkel aus der Bahn? Erstmal nicht. Sie hat schon mehrere SPD-Kandidaten kommen und gehen sehen. Viele Umfragen für Sie waren noch schlechter als in diesen Tagen.

Also fährt sie in die Türkei, formt die bewährte Raute im von Bomben geschädigten Parlament. Gleich danach wagt sie das Undenkbare: Sie kritisiert den unter Freunden als unfehlbar geltenden Staatschef Erdogan und fordert Meinungsfreiheit. Deutlich, aber nicht zu heftig. Es gilt ja Flüchtlinge abzuhalten.

Somit alles Routine? Schon, es sei denn, der Widersacher greift beherzt nach seinem Glück. Momentan sieht es danach aus. Aber wie gesagt: Bei manchem großen Hoffnungsträger hat sich die Weisheit bestätigt, dass am Ende eines Tages auch Zwerge lange Schatten werfen.

Trotzdem: Hohe Stirn statt Raute, das könnte tatsächlich gehen.

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