Andreas Scheuer: Der Hassprediger mit der Föhnfrisur

Markige Sprüche, überbordende Arroganz und schicke Föhnfrisur – dies waren und sind die Kennzeichen von Andreas Scheuer. Seine Betrachtungen zur Weltlage im Allgemeinen und zur Zuwanderung im Besonderen waren immer umstritten. Jetzt aber ist dem aus Passau stammenden CSU-Generalsekretär ein geradezu Trump’scher Geniestreich gelungen: Eine Aussage, die bei anständigen Menschen Brechreiz auslöst.

„Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los.“ So ließ sich Horst Seehofers Lautsprecher im Regensburger Presseclub verlauten. Wahrscheinlich, um klarzumachen, dass es in diesen schweren Zeiten alles braucht, bloß keine Empathie.

Ist so einer ein Fall für das Strafgesetzbuch? Eigentlich schon. Dessen Paragraph 130, Absatz 2, lautet wie folgt: „Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde  anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Strafstatbestand zumindest vielleicht erfüllt. Schließlich läuft Scheuers Aussage darauf hinaus, dass jemand stört, nur weil er schwarz ist. Weil er ja ansonsten nette Dinge tut. Doch als Bundestagsabgeordneter genießt er Immunität.

Also hinterfragen wir seine Argumente. Und da ist schon erstaunlich, dass Scheuer einen Jungen im Ministrantenalter einen Wirtschaftsflüchtling nennt. Erstaunlich, weil sich Vertreter seiner Partei ansonsten über 16-jährige oder noch jüngere muslimische Ehefrauen echauffieren, die über die Balkanroute ins Land gesickert sind. Das sind ja hilflose Kinder.

Stichwort fußballspielend: Sollte unser Flüchtling in dieser Disziplin so richtig gut sein, darf man davon ausgehen, dass die CSU-Riege auf der Ehrentribüne des ihr eng verbundenen Steuersünder-Vereins Bayern München einem solchen Senegalesen heftigst zujubeln würde.

Zudem, der Knabe ministriert. Da wird das ganze Gerede richtig absurd. Denn hatte nicht seine Partei gefordert, christliche Zuwanderer zu bevorzugen?

All das zeigt: Scheuers Gemotze ist Quatsch, aber man kennt das ja: Auch der geföhnte  Hassprediger schielt auf die Doofen. ER wird welche finden.