Eine Million Tote und noch viel mehr Angst

Wie würden sich die Attentäter vom 11. September 2001 heute fühlen? Wären sie stolz, weil sie mit einem Terrorakt mit 3000 Opfern den Tod von einer Million anderer Menschen ausgelöst haben? Oder schmoren sie sowieso in der Hölle, weil die meisten dieser Toten Muslime gewesen sind? Uns, den „Ungläubigen“ hat ihre Tat vor allem eines gebracht: Angst.

Es ist erschreckend und erstaunlich zugleich, wie sich das Denken in einer eigentlich freien, offenen Gesellschaft verändert hat. Wenn sich ein Muslim traditionell kleidet und sich, wie von daheim gewohnt, einen Kinnbart wuchern lässt, wird er als bedrohlich empfunden. Alleine das Äußere reicht, um einen uns unbekannten Menschen als blutrünstigen religiösen Fanatiker anzuschauen. „Der Araber“ bedroht uns. Kaum jemand ist von dieser Reaktion völlig frei.

Wie absurd groß unsere Verunsicherung ist, zeigt sich am Streit über die Burka. Dieses seltsame Kleidungsstück wird gewiss als Mittel zur Unterdrückung benutzt. Aber warum bringt uns alleine die Aussicht, einer solchen Frau auf der Straße zu begegnen, so stark in Bedrängnis, dass wir per Gesetz das Verhüllen des Gesichts verbieten wollen? Haben wir generell Angst vor religiösen Symbolen in unserem vom Geld geprägten Alltag?

Der 11. September und alles was danach geschehen ist, hat unsere Fähigkeit geschwächt, anderen Menschen ohne Vorbehalte zu begegnen. Dabei sind Menschen im arabischem Raum kaum anders als wir. Sie möchten ohne tägliche Not in Frieden leben, sie möchten lieben und geliebt werden. Sie wollen keine Bomben zünden, sondern nach einem angenehmen Abend einschlafen und etwas Schönes träumen. Sie schauen unsere Fernsehserien und diskutieren über Fußball-Bundesliga und Champions League.

Ihnen wird dieser Text jetzt zu tendenziös, blauäugig und gutmenschig? Dann haben es die Attentäter enorm viel geschafft: Eine Million Tote und ein Vielfaches an Menschen in Angst.

 

4 Kommentare in “Eine Million Tote und noch viel mehr Angst

  1. Na gut, die Teppichmesser-Moslems sind wohl tot. Aber Sie haben mich schon richtig verstanden. Glauben Sie, dass zum Beispiel der seinerzeitige Praesident Bush und zugehoeriger engster Kreis keine Ahnung von den bevorstehenden Anschlaegen hatten, sie also weder initiierten noch geschehen liessen und dass die Mengen an „Zufaellen“ und Merkwuerdigkeiten, wie sie zum Beispiel im juengsten ASR-Artikel (Blog ist im Vorkommentar verlinkt) aufgelistet, kaum der Rede wert sind?

    • Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich denke, wir bewegen uns im Bereich von Glaubensfragen. Glaubt man dies oder jenes? Da möchte ich nicht mitspekulieren.

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