Das große Glück ist Däne

Jeg er lykkelig.  Ég er ánægður. Auf unser Sprachzentrum im Gehirn wirken diese Sätze äußerst schwierig. Jedenfalls können wir uns nicht vorstellen, dass jemand, der so lesen und reden muss, vergnügt durchs Leben läuft. Und doch: So sagt man „Ich bin glücklich“ in Dänemark und Island, in zwei der drei Länder mit den zufriedensten Menschen. Richtig gut geht es auch den Schweizern.

Der an der Columbia Universität in New York erstellte so genannte „Weltglücksbericht“ sieht die Dänen auf dem ersten Platz. Vielleicht ist es gar nicht so erstaunlich, dass dieses Land von US-Forschern  wahrgenommen wird. Ist es doch – zumindest im Kern – genauso groß wie der Bundesstaat West Virginia. Welcher von einem deutschstämmigen Folksänger bekanntlich als „dem Himmel nahe“ gerühmt wurde.

Das dänische Volk hat eine ausgesprochen witzige Königin, lebt ganz überwiegend in Städten und gilt als lässig und tolerant. Das Wetter ist angenehm. Es regnet selten. Andererseits gehören zum Staatsgebiet die Faröer Inseln. Dort leben mehr Schafe als Menschen, wobei Letztere zu mitunter erstaunlichen Erfolgen im Fußball fähig sind. Wenn man das menschenleere Grönland dazunimmt, wächst Dänemark auf die Größe von Saudi-Arabien, kauft aber dennoch nur wenige Panzer.

Die Schweizer sind auf dem zweiten Glücks-Platz gelandet. Sie profitieren gewiss von einer Sprache, die nicht zum Dramatisieren neigt. Die Wüstlinge der Silvesternacht von Köln etwa würden im Schwyzerdütsch als „Glüschtälä“ bezeichnet. Anstrengende Arbeit wiederum heißt „Chrampf“, was sehr nach unserem Krampf klingt. Die Schweizer haben zudem glückliche Kühe und mit der Fifa den weltweit erfolgreichsten Unterhaltungskonzern.

Auf die Isländer sind ein cooles Volk. Während Vulkan-Ausbrüche in anderen Teilen der Welt für Panik sorgen, setzen sie sich hin, schauen zu und warten bis der Radau vorbei ist. Selbst Elfen und Trolle gelten als erfolgreich integriert.

Was aber ist mit Deutschland? Wir haben gemäß der Studie einen erfreulichen Sprung von Platz 26 auf Rang 16 gemacht, können also mit Puerto Rico und Brasilien mithalten. Aber Vorsicht: In den Erhebungszeitraum fallen der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft und die Einführung des Mindestlohns. Ob sich der Siegeszug der AfD ähnlich günstig auswirken wird, ist doch sehr, sehr ungewiss.