Nur die dümmsten Kälber . . .

Das Kalb gilt uns nicht als Paradebeispiel tierischer Intelligenz. Sondern als Wesen, welches regelmäßiges Füttern mit Urvertrauen in den Ernäherer belohnt, um völlig überraschend an einem Fleischerhaken im Schlachthof zu enden. „Vertrauen ist gut“ war das Lebensmotto. Der Preis war hoch.

Urvertrauen erleben wir bei einem Teil des Wahlvolkes, wenn es um die Alternative für Deutschland geht. Weil man nur einer Frauke Petry zutraut, sich im dunkelblauen Business-Kostüm wirksam den muselmanischen Horden entgegenzuwerfen. Weil man zu wissen glaubt, dass sich nur ihr Parteifreund Alexander Gauland mit dem Gewehr im Anschlag nicht von dunklen Kinderaugen erpressen ließe.

Ausschließlich die AfD, so glauben viele, kann das – wenn auch bei Idomeni unchristlich gewordene – Abendland retten. Weshalb die Partei nach neuesten Informationen ihren Anti-Islam-Kurs verschärfen wird. Wie das Journalismus-Portal Correct!v aufgedeckt, hat Partei-Vizechefin Beatrix von Storch  ihren Vorstandsfreunden mitgeteilt, dass die Themen „Asyl und Euro verbraucht sind“. Deshalb müsse die Islam-Kritik verschärft werden. (hier der Link zum Bericht)

Die AfD will sich massiv gegen das „betäubungslose Schächten“ von Schlachttieren wenden und den Ruf des Muezzins als „islamisches Herrschaftssymbol“ anprangern. Auch die Rituale jüdischer Gemeinden sollen gemäß von Storch an den Pranger gestellt werden.

Jawohl, hier kämpfen Politiker für den christlichen kleinen Mann. Aber tun sie das wirklich? Nein, denn Teile des AfD-Wahlprogramms lesen sich, als wären sie in den Konzernzentralen des Großkapitals geschrieben. So wendet sich die Partei gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Sie ist beim Thema „Gleichberechtigung“ gegen Frauenquoten, Gleichstellungsbeauftragte und „staatliche Propaganda für sexuelle Minderheiten“. Die Einkommenssteuer soll für alle – egal ob Krankenschwester oder Top-Manager – einheitlich 25 Prozent betragen. Kernenergie soll angstfrei genutzt werden. Schließlich soll Hartz IV durch so genannte „Bürgerarbeit“ ersetzt werden.

Käme die AfD an die Macht, dürfte somit die Friseurin im Osten wieder für 4,50 € pro Stunde die Haare schneiden. Der Langzeitarbeitslose düfte den Stadtpark kehren. Hauptsache unverschleiert.

Wir lernen. Der alte Spruch stimmt. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.