Hund und Katze, macht euch schlank

Tiere sind auch nur Menschen. Bloß netter und treuer. Diese Erkenntnis verfestigt sich in unserer alternden Wohlstandsgesellschaft zusehends. Und somit ist klar, dass der Diät in der Fastenzeit auch unsere schnurrenden und hechelnden Freunde erfasst: Eine britische Tier­schutzorganisation will übergewich­tigen Haustieren mit einem Schlank­heitswettbewerb helfen.

Was wir beim Menschen via Privatfernsehen als „Biggest Loser“ kennen, bietet die britische Tierschutzorganisation People’s Dispensary for Sick Animals („Volksapotheke für kranke Tiere“) in abgeänderter Form als „Pet Fit Club“ an. Besitzer dicker Tiere können Vorher-nachher-Fotos einrei­chen, die ein erfolgreiches Abspecken dokumentieren.

Wir dürfen teilhaben an famosen Erfolgsgeschichten. Mastiff-Hündin Kayla ist mit 61 Kilogramm in den Wettbewerb gestartet und hat 17 Kilogramm oder 29 Prozent Lebendgewicht verloren. Bulldog-Dame Daisy beißt sich dank minus 27 Prozent Speck wieder vergnügt durchs Hundeleben. Auch Katze Amber aus dem schottischen Edinburgh sieht trotz ihrer zwölf Lebensjahre wieder gut aus. Sie ist 17 Prozent leichter als zuvor.

Was leider nicht überliefert ist: Hatte die Futter- und Bewegungs-Disziplin der Tiere auch einen Diät-Effekt für Herrchen und Frauchen? Zu vermuten ist das. Schließlich liegt nahe, dass Menschen mit Essstörungen, insbesondere solche, die sich selbst gerne mit Süßem belohnen, dies auch bei ihren besten Freunden tun. Eine Katze, die aufgrund einer bewussten Entscheidung weniger frisst, ist etwas Unwahrscheinliches.

Jedenfalls ist dieses Tier-zu-Mensch-Geschäft ausbaufähig. So dürfte es der Firma Apple leicht fallen, ihre Smart Watches auf Pfoten-Uhren umzuarbeiten, welche bei Hunden Lauf-, Bell- und Schwanzwedelhäufigkeit messen und mittels klug programmierter Algorithmen in Beziehung zur Bewegungsfreude der kontinentalen Gesamt-Hundepopulation setzen.

Schnell werden die Vierbeiner auch lernen, angesichts faul dösender Besitzer auf’s Laufband zu gehen. Maulkörbe mit hochauflösenden Displays werden Gassi-Landschaften aus 123 Ländern vor das Hundeauge projezieren. Wahlweise können die Nachrichten auf „Schnauzbuch“ winselnd oder knurrend beantwortet werden. Und folgerichtig wird es alsbald um die Liebe gehen: Der Slogan „Alle 11 Minuten bellt eine läufige Hündin auf Petship“ wird zum Allgemeingut.

Haustiere werden die besseren Menschen sein. Wobei sie sich auch leichter tun. Denn eines können die lieben Vierbeiner nicht: Den Kühlschrank öffnen, wenn ihnen danach ist. Und das bleibt auch so. Also Ihr Lieben, macht euch schlank. Wuff, wuff, miau!