Jetzt neu: Hass auf die Lügenmeteorologen

Wie schön, die Medien können aufatmen. Seit Rosenmontag gerät die Presse zumindest in den Karnevalshochburgen aus dem Visier der Besorgten und  Unzufriedenen. Nicht die gleichgeschalteten Journalisten haben mit den Mächtigen gekungelt: Es waren die „Lügenmeteorologen“.

Für viele Menschen ist klar: Die professionellen Wetterfrösche haben Stürme vorhergesagt, um das Volk vom Feiern abzuhalten. Wir wurden belogen, weil die Politik Angst davor hatte, dass ein Karnevalsumzug von Terroristen attackiert werden könnte oder dass unbescholtene Jeckinnen von schmierigen Fingern begrapscht werden könnte. Erfahrene Gardemädchen kennen das zwar, aber in ihrem Fall fummeln eher Präsidenten und Elferräte. Und die dürfen das.

An die Gefahr verheerender Windstöße glaubt doch keiner. Das Fälschen von Wetterberichten wurde vom rumänischen Ex-Diktator Nicolae Ceaucescu virtuos betrieben. Das Fachwissen  sozialistischer Systeme indes verschwindet nie ganz. Die Vorratsdatenspeicherung beweist es.

Doch gibt es pegida-ähnlichen Zorn wegen abgesagter Karnevalsumzüge? Wer das beurteilen will, schaut am besten auf die Facebook-Seiten wahlkämpfender Politikerinnen. So steht bei der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer unter anderem Folgendes: „Wenn ich das schon lese… Das Wohl der Menschen… Schliessen sie die Grenzen endlich, dann haben sie mal was sinnvolles gemacht! für das Wohl der Menschen in Deutschland!!!.“ Oder: „Und sowas verlogenes soll das Volk Wählen ???„.

Bei ihrer Gegenkandidat Julia Klöckner klingt das so: „Ja, ja, was ein Zufall – der Sturm. Oder sollten es eher erhebliche Sicherheitsbedenken anderer Art gewesen sein? Für wie bescheuert hält die Politik die Bürger eigentlich?????.“ Oder: „Ich wohne in Mainz. Hier weht kein laues Lüftchen!!!! Die haben nur Angst, dass vor der Wahl etwas passiert und die Leute dann AFD wählen.“

Wir schlussfolgern: Wir sind nicht nur das Volk, sondern ab sofort auch das Wetter. Vor einer Lüge sollten wir uns jedoch hüten: Über Sonnenschein, Regen, Schnee oder Wind entscheidet nicht Frauke Petry. Petrus ist zuständig. Immer noch.