Köln kann überall sein

Seit Tagen also Köln. Die gewalttägigen Exzesse der dortigen Silvesternacht wirken ungewöhnlich lange nach. Warum berühren sie uns so sehr? Wahrscheinlich, weil wir Betroffenheit empfinden. Weil wir das Gefühl haben, dass Derartiges auch in unserer Nähe hätte passieren können und in Zukunft möglich ist.

Um zu wissen, dass das stimmt, muss man bloß den Wahnsinn einer Silvesternacht aus der Nähe erlebt haben. Auch bei uns in Nürnberg wurde auf manchen Plätzen oder Kreuzungen wie irrsinnig geknallt. Das ist ja gesellschaftlich geduldet. Klar ist auch: Wenn in einem solchen Pulverdampf Straftaten begangen werden, kann keine noch so gute Videoüberwachung alle Täter sicher identifizieren.

Es macht den Eindruck, als dass der Hang zum verabredeten Exzess in Verbindung mit völliger Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Menschen zugenommen hat. Der Alltag prickelt nicht, also lässt man bei passender Gelegenheit die Sau raus. Man denke nur an den Nürnberger Fußballfan, der  im August 2014 einen Feuerlöscher gegen einen entgegenkommenden U-Bahn-Zug geschleudert hat. Seine Fahrerin hätte getötet werden können. Sie ist bis heute traumatisiert.

Die Brutalität der Silvesternacht hat mit Herkunft und kulturellen Prägungen zu tun. In etlichen Weltregionen sind Frauen wenig oder nichts wert. Das wurde von Migranten im dortigen Chaos ganz offensichtlich ausgelebt.

Beim Blick auf die Fremden dürfen unsere „deutschen“ Probleme nicht übersehen werden. Eine wachsende Gruppe junger Männer befindet sich auf Realitätsflucht. Diese sitzen vor ihren Computern und interessieren sich für die drei großen S – Spiele, Sport und Sex. Das unmittelbare Gespür für andere Menschen geht ihnen verloren.

Und wir erleben die Folgen der neoliberalen Phase der 90-er Jahre. Die Botschaft, dass der freie Markt alles besser regeln kann, als das träge Beamtentum, wirkt sich bis heute aus. Öffentliche Dienste, sei es als Polizei, sei als Sozialarbeit, wurden zu Randthemen der Politik und wurden immer schlechter ausgestattet. Man brauche das nicht mehr, glaubte man. Wie falsch das war, zeigt sich heute.

Wobei die Diskussion wenigstens in zweierlei Hinsicht in eine falsche Richtung geht. Da sind zunächst jene Politiker/-innen oder anderen Lautsprecher, die so tun, als gebe es für das Problem die schnelle Lösung. Ausländische Straftäter quasi im Vorbeigehen abschieben, funktioniert nicht. Zuvor muss es ein entsprechend hartes Gerichtsurteil geben. Taschendiebe oder Grabscher werden nicht ins Ursprungsland zurückgeschickt.

Kritisch sind aber auch Debattenbeiträge zu sehen, wonach Frauen per se beschützenswerte Wesen seien, um die sich die Gesellschaft kümmern müsste. Das weist ihnen kollektiv die Opferrolle zu und hilft nicht wirklich.

Tatsächlich geht es um den eigentlich natürlichen Respekt vor der Würde und der Gesundheit anderer Menschen. Dieser fehlt zu oft. Wir sollten un einig sein: Wer ihn erst lernen muss, muss die passenden Hilfen  bekommen. Und wenn es ein Aufenthalt im Knast ist…

 

 

 

 

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