Ob Kermit oder Merkel: Die Promis sind arm dran

Manches, was uns heftigst bewegt, könnte uns genauso gut egal sein könnte. Nehmen wir die Prominachrichten. Mit einer Mischung aus Voyeurismus und Mitgefühl beobachten wir die Lebensdramen bedeutender Persönlichkeiten. Aber geht es uns wirklich um diese Menschen?

Gerade wurde das Ende einer weltberühmten Beziehung gemeldet: Kermit der Frosch und Miss Piggy haben sich getrennt. „Nach vorsichtigen Überlegungen, überlegten Betrachtungen und be­trächtlichen Kabbeleien haben wir die schwierige Entscheidung getrof­fen, unsere romantische Beziehung zu beenden“, teilten die Stars der „Mup­pet Show“ via Facebook und Twitter mit. Die berufliche Zusammenarbeit der beiden soll aber fortgesetzt werden.

Ernsthafte Zeitgenossen dürften die Meldung mit den Worten „Was soll der Krampf?“ kommentieren. Denn wie blöd muss die Menschheit sein, wenn sie sich jetzt schon mit dem Schicksal von Comic-Figuren befasst. Ereilen uns demnächst die Meldungen über die gescheiterten Homo-Ehen von Tom und Jerry und von Fix und Foxi? Wirft sich Minnie Mouse endgültig Gustav Gans an den Hals? Landet Idefix im Tierheim.

Andererseits ernährt sich ein beachtlicher Teil der Medienbranche davon, in seinen Zeitschriften oder Sendungen den Raum zwischen den Anzeigen mit sinnlosen Geschichten zu füllen. Aktuell ist die Ehe von Angela Merkel bedroht, es soll sogar ein Techtelmechtel mit dem Franzosen-Präsidenten Hollande gegeben haben. Eine schöne Frau bedroht das Leben von Prinz Harry, Entertainer Thomas Gottschalk hat eine heimliche Familien in Polen, der Schlagersänger Tony Marshall hat versehentlich eine falsche Tochter aufgezogen.

Die meisten dieser Geschichten stimmen nicht, aber was soll’s? Hauptsache, wir lesen sie. In der wohligen Gewissheit, dass wir weniger Ruhm oder Geld haben, aber im Großen und Ganzen die glücklicheren Menschen sind.

Bei Kermit und Piggy sind wir eh erleichtert. Denn wenn wir uns vorstellen, was herauskäme, wenn sich Frosch und Schwein paarten: Oh, mein Gott…