Die böse Krise lauert überall

Sie belagert uns, belastet uns, zerfrisst uns: Die Krise ist immer und überall. Nehmen wir einen ganz normalen, entspannten Abend. Eigentlich ein Termin zum Entspannen. Aber dann googeln wir „Krise“.

Wir erfahren vorneweg von der Allerneuesten, der Subway-Krise. Ein Anbieter von Fast-Food der australischen Art ist in Turbulenzen geraten, obwohl er Qualität hoch gehalten hat. Unmittelbar darauf folgt die Ukraine-Krise. Merkel und Hollande haben mit Wladimir Putin telefoniert. Man setzt also wieder auf Zuhören, wo man doch dank Abhören alles voneinander weiß.

Während Stuttgart, in diesem Fall der dortige Verein für Bewegungsspiele, in der Krise steckt, was sich ohne Einsatz journalistischen Sachverstands mit dem Nichtvorhandensein von Punkten erklärt, verweist ein Fachverlag für Gebrauchspsychologie darauf, dass Krisen „nicht nur negativ“ sind. Richtig, denn jede Krise entdet irgendwann. Und sei es mit einem Abstieg.

Die Euro-Krise ist, anders als BSE, tatsächlich noch da. Sie wird aber zurzeit überlagert durch die Flüchtlingskrise, welche sich zusammenfassend in einer Flüchtlings-Krisen-Karte darstellen. Mit dabei ist, ansonsten wenig diskutiert, der Brenner.

Mit Blick auf die Griechenland-Krise mahnt ein Kommentator zum Verzicht auf Utopien. Dafür erklärt ein Börsenexperte die China-Krise für nicht vorhanden. Was diejenigen nicht trösten wird, die wegen dieses Nichts gerade Geld verloren haben. Ach so, auch „Gladbach“ und Paderborn sind in einer Krise. Ob die als Gegenmittel gepriesene Yoga-Vidya-Anti-Krisen-Therapie in diesem Fall hilft, darf als fraglich gelten. Torhüter im Lotussitz sind leicht zu überwinden.

Der Berliner Frauenchor betrachtet die Sache menschlich und widmet ein ganzes Abendprogramm „Judiths Krise“. Der  Verlag Westfälisches Dampfboot macht Interessierten das Angebot, der krisenbezwingenden Regulationstheorie durch die Lektüre eines 399 Seiten starken Buches auf die Spur zu kommen.

Da freut es uns, dass das hessische Altenburschla und das thüringische Großburschla vor 25 Jahren durch den Abbau des Grenzzaunes die jahrzehntelange Ost-West-Krise überwunden haben. Allerdings: Heute mag in beiden Orten niemand mehr wohnen. Sie sind – jawohl – in der Krise. Böse, böse Welt.