Die Geschichte vom anstrengungslosen Umsatz

Zu Hilfe, wir werden ausgebeutet! Immer häufiger kommt es vor, dass Dienstleistungs-Firmen ganz  selbstverständlich davon ausgehen, dass wir ihnen die Arbeit abnehmen. Ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft  reklamiert für sich den anstrengungslosen Umsatz. Und wir spielen mit. Ob wir wollen oder nicht.

Angefangen hat das Ganze an der Tankstelle. Wir wurden eingeladen, Benzin selbst zu zapfen. Und weil wir an unser geliebtes Auto nie gerne jemand anders heranlassen wollten, haben wir es frohen Herzens getan. Das dankbare Schlürfen beim Erreichen des Höchst-Füllstandes hat ja auch etwas.

Das ist schon Jahrzehnte her. Heute wird der Selbstbedienungs-Gedanke allerdings ins Absurde gesteigert. Etwa beim Thema Geld. Man geht zu seiner Bank, weil man Erspartes gewinnbringend anlegen will. Sparbuch bringt nichts, also denkt man an Fonds.

Man trifft den Berater. Und erfährt: Nichts. Weil dieser nach vom WPHG, dem Wertpapierhandelsgesetz, vorgeschrieben bekommt, dass er keinen Kunden in eine auch nur leichte Spekulation hineintreiben darf. Erst recht nicht, falls zum Beginn des Gesprächs ein Beratungsprotokoll fehlt. Holt man das nach, ist eine Dreiviertelstunde weg. Was sich nicht lohnt, weil unser Experte ohnehin nur seine hauseigenen Produkte verkaufen darf.  Er lässt zwar durchblicken, dass es auch Besseres gibt, dass er gute Tipps geben könnte, dass er aber schweigen muss.

Ergebnis der Begegnung: Man sitzt daheim vor dem Computer und sucht selbst. Denn kaufen kannst du, was du willst. Der eigentliche Kenner hat geschwiegen. Er erläutert nur noch die fälligen Gebühren.

So sind Banken, aber ein Einzelfall ist das nicht. In immer mehr Supermärkten dürfen Kunden ihre Ware selbst einscannen. Was so lange eine Option ist, bis es alle können. Dann wird es zur Pflicht, die Kassiererin ist dann weg.

Man fragt sich doch: Warum bekommen wir für diese, unsere Arbeit nichts bezahlt? Können uns das die  „Dienstleister“ mal erklären? Falls ja, dann legt mal los…