Baby Charlotte – die Rettung unserer Renten

Prima, wir sind wieder staatstreu. „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes“, heißt es in der Bayerischen Verfassung. Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir allzuoft von den Kleinen genervt sind. Sei es wegen des unvermeidlichen Spielplatzlärms oder wegen der Dramen in den Quengelzonen der Supermärkte.

Zurzeit ist alles anders, dank Charlotte Elizabeth Diana von Cambridge. Die Zweitgeborene des britischen Thronfolger-Paares Kate und William begeistert die Menschen auch bei uns. Ach, so ein süßes Baby.

Und die königlichen Eltern sind geniale PR-Talente. Sie haben Namen gewählt, mit dem sie nichts falsch machen. Der Vorname Charlotte ist in vielen Ländern beliebt, in Deutschland landet er seit vielen Jahren regelmäßig unter den ersten 20 Plätzen der Beliebtheits-Charts. Unheimlich clever ist zudem die Idee, Uroma und Oma namensmäßig einzubinden.

Den Gipfel des Märchenhaften verkörpert aber die junge Mutter. In alten Erzählungen wird uns berichtet, dass Königinnen und Prinzessinnen übermenschliche Kräfte haben. Und so ist es bei Kate Middleton. Diese Frau bekommt ein 3700-Gramm-Baby und steht schon kurz darauf schlank, schön und frisch frisiert auf dem Balkon. Ganz so, als hätte sie die zurückliegenden Stunden nicht im Kreißsaal, sondern in einer Luxus-Wellness-Anlage für reiche Gattinnen verbracht.

Diese Bilder haben das Zeug, die Welt zu verändern. Zeitschriften eröffnen sie die Chance, Glamour und Niederkunft zusammenzubringen. Wir rechnen mit Titel wie InStyle-Mami oder Design-Mum mit Inhalten wie „Die besten Frisuren für’s Wochenbett“, „Schicke Kleider für danach“ oder „Schon morgen tanz‘ ich im Club“.

Und wenn so der Niederkunft-Hype entfacht ist, haben nicht nur die darbenden Zeitschriften, sondern auch die Fernsehsender ein neues Thema. „Germany’s next top mummy by Hebamme Edith Müller-Blümlein“ setzt den neuen gesellschaftlichen Trend. Magersucht ist besiegt, unsere Geburtenquote schießt nach oben, die Renten sind wieder sicher.

Bleibt das Fazit: Kate und Charlotte, Euch schickt der Himmel. Und falls nicht, dann war es Norbert Blüm. Gut, dass es Euch gibt.