Fußball ist korrupt – G 7 ist verrückt

Jetzt ist die Bild-Zeitung aber wirklich böse. Unser Zentralorgan des gesundes Volksempfindens klärt uns darüber aus, wie viel Geld ARD und ZDF für die Übertragungsrechts für die nächsten Fifa-Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Katar zahlen: 432 Millionen Euro sollen es sein! Und das alles von unseren Gebühren!!! Gibt es noch Schlimmeres? Ja doch. Sein Name ist G 7.

Zunächst aber zur WM. Die Summe wirkt gigantisch. Andererseits genießt das Recht auf TV-Fußball hierzulande Verfassungsrang. Zumindest informell. Und sicher: Man könnte mit diesem Geld unglaublich viel Gutes bieten. Flaue Serien mit Fritz Wepper oder Christine Neubauer zum Beispiel. Doch würde mit einem Boykott auch das Geschäft der falschen Leute betrieben. Zögen sich die öffentlich-rechtlichen Sender vom Fußball zurück – in den Chefetagen von Sky würden die Sektkorken knallen. Endlich wäre das allerbeste Produkt der Welt nur noch gegen Aufpreis greifbar.

Der finanzielle Aufwand für die großen Blatter-Shows relativiert sich sowieso, wenn man sieht, wofür ansonsten Geld verschleudert wird. So wird der G 7-Gipfel auf Schloss Elmau, dieses Klassentreffen der Regierungschefs der großen Industrienationen, nach neuesten Schätzungen rund 390 Millionen Euro kosten. Und das alles von unseren Steuergeldern!!!

Man muss schon fragen, wie jemand die hirnrissige Idee haben konnte, ein solches Hochsicherheits-Meeting in die oberbayerischen Alpen zu verlegen. Diese Gegend ist hierfür komplett ungeeignet. Schon deshalb, weil im Freistaat der freie Zugang zu den Naturschönheiten Verfassungsrang genießt. Aber die Milliarden, die Berichte aus der wunderschönen Gegend sehen werden? Tja. Bayern punktet im Ausland mit schönen Landschaften, aber auch mit seiner Gelassenheit. Endlose Zäune, Schlagstöcke und Wasserwerfer passen hier nicht hin. Oder will die Münchner Regierung Werbung für Rüstungsprodukte machen?

Man fragt sich sowieso: Wie groß muss die Angst der Mächtigen vor den Menschen sein, wenn sie sich derart abschotten müssen? Wenn über Demonstranten  mehr als potenzielle Gewalttäter denn als Leute gesprochen wird, die von einem Grundrecht Gebrauch machen wollen.

Idylle wird es während der G7-Gipfeltage nicht geben. Und das Schlimmste: Man ahnt schon jetzt, dass nicht viel rauskommt. Außer öde Verlautbarungen, verletzte Demonstranten und Polizisten, gereizte Augen und Hämatome. Da hätten wir wirklich lieber noch eine WM genommen…