Bassd scho, Markus. Wir schau’n Dich dahoam

„Staatsferne sichern!“ So erschallt der Ruf anlässlich des Auftritts unseres Heimat- und Finanzministers Dr. Markus Söder in der bayerischen Fernseh-Soap „Dahoam is dahoam“. Die TV-Macher hätten sich wie in alten Zeiten an die Mächtigen des Freistaats herangewanzt, schimpfen die Kritiker. Auch wenn es mir nicht leicht fällt: Ich widerspreche.

Wir leben doch in Zeiten, in denen das Wahre, das Authentische, die Menschen am meisten interessiert. Die Einschaltquoten gehen hoch, wenn ein paar nette Leute ein verwanztes Wohnhaus auf Vordermann bringen, wenn Trödeltrupps die Garagen von gehbehinderten Rentnern ausräumen und wenn sich hässliche Entlein mit Hilfe eines stets verzückten Modedesigners in schillernde Shopping-Queens verwandeln.

Auch das berühmt-berüchtigte Dschungelcamp lebt davon, dass da Menschen gequält werden, von denen wir meinen, dass wir sie kennen würden.

Wenn schon Berti Vogts und Helene Fischer in Tatorten auftreten, warum nicht auch Politiker in einer Vorabend-Soap? Wenn diese in Bayern spielt, muss aber die Wahl zwangsläufig auf Markus Söder fallen. Horst Seehofer hat grundsätzlich immer Wichtigeres zu tun. Ilse Aigner wirkt stets ernsthaft, handlungsorientiert und verbissen. Sie ist somit allenfalls für eine Folge geeignet, in der es um verschärfte Kontrollen für Salmonellen, Rauchgasentgiftung, kommunale Streusalzverschwender oder irgendetwas Ähnliches geht.

Der Rest des bayerischen Kabinetts? Kennt keiner. Die Opposition? Auch unbekannt, seitdem Gabriele Pauli auf Sylt Sand-Rathäuser baut.

Also gilt in diesem Fall: Es konnte, es kann nur einen geben. Zumal wir alle wissen, dass sich dieser Mann für gar nichts schämt. Der zweite Freistaats-Bürger mit einem ähnlich starken Ego, Uli Hoeneß, ist gerade nicht für Fernseh-Rollen verfügbar.

Alsdenn: Hören wir auf zu schimpfen. Und schauen den Markus. Bei uns dahoam.