Bratwurststerben im Landtag? Das könnte Stress geben

Achtung, diese Geschichte beruht zum Teil an böswilligen Vermutungen. Aber sie zeigt doch, wie sehr das Funktionieren des öffentlichen Lebens am Tropf der europäischen Bürokratie hängt. Nennen wir unseren Thriller „Das Ende der Bratwurst im bayerischen Landtag“.

Es ist nämlich so (und das stimmt an diesem Text), dass die Bundesregierung aufgrund von Vorgaben aus Brüssel das Vergaberecht reformieren möchte. Eine der entscheidenden Änderungen betrifft die Frage, welche Unternehmen in Zukunft von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen sein sollen.  „Wer sich wegen Wirtschaftsdelikten strafbar gemacht hat, soll nicht von öffentlichen Aufträgen profitieren“, heißt es hierzu.

Und jetzt stellen wir uns vor, in der Landtagsgaststätte gäbe es bisher Nürnberger Rostbratwürste aus der Wurstfabrik von Uli Hoeneß. Zweifelsfrei wäre ein Steuerhinterzieher für diese noble Einrichtung kein zuverlässiger Partner mehr. Das Produkt würde gestrichen und durch Gemüsebratlinge von einem oberbayerischen Demeter-Hof ersetzt. Es würde ein kontinentaler Konflikt.

Am Rande einer Aufsichtsratssitzung des FC Bayern München würde Sportsfreund Stoiber Edmund aufgefordert, sich doch einmal beim Jugendbeauftragten Hoeneß Uli anzuschauen. Auf der Stelle wäre der graue Wolf davon überzeugt, dass es sich hier um einen Fall von überbordender Regelungswut handeln würde.

Stoiber würde nach  Brüssel jetten, um dort, Ähm, Klartext zu, Ähm, reden. Er würde deutlich machen, dass Kommunen und Staat handlungsunfähig würden, wenn sie sämtliche Bilanzfälscher, kriminellen Subunternhmer und sonstigen Amigos von öffentlichen Aufträgen fernhalten müssten. Von den dramatischen Auswirkungen auf die Haushalte ganz zu schweigen. Schwarze Null ohne Billiglöhner? Undenkbar – ganz und gar.

Auch die SPD wäre im Boot. Würde sie doch das Streichen der Bratwurst von der Landtags-Speisekarte als klares Indiz für eine weitere Benachteiligung Frankens ansehen. Aus purem Trotz würde sie  Parteichef Gabriel dazu drängen, die Pkw-Maut zu verhindern. Dies wiederum würde dazu führen, dass die CSU keine neuen Stromtrassen im Freistaat zulässt.

Die Folge wäre, dass – Erstens –  überschüssiger Strom aus Offshore-Windkraftanlagen illegal in die Nordsee geleitet wird und dort ein großflächiges Robbensterben auslöst. Zweitens würde sämtliche Atomkraftwerke wieder angeschaltet. Die Energiewende wäre am Ende, was den Klimawandel beschleunigen und schließlich dazu führen würde, dass die Allianz-Arena wegen ständigem Monsunregen unbespielbar wird.

Es ist hier nicht recherchiert, ob es in der Landtagsgaststätte Nürnberger Rostbratwürste aus dem Hause Hoeneß gibt Sollte dies jedoch der Fall sein, lautet mein guter Rat: Schaut bitte, bitte drüber weg.