Wir werden angefüttert – analog und digital

Es soll immer noch Leute geben, die an das Gute im Kapitalismus glauben. Die meinen, dass unsere versammelten Weltmarktführer und sonstigen Großunternehmen vor allem das Wohl der Menschen im Auge haben. Welch ein Irrtum!

Jüngster Beweis: Aldi hat die Preise für Pommes frites, Kroketten und Zucker dramatisch gesenkt. Der Discounter setzt damit einen Trend, dem sich, nach allem was wir wissen, die anderen Händler anschließen werden.

Ausgerechnet Pommes! Ausgerechnet Zucker! Diese Preissenkungen bedeuten doch nichts anderes, als dass die Lebensmittelhändler die Zeit des Abnehmens für beendet erklären. Man will uns anfüttern für die beginnende Vorweihnachtszeit. Wir sollen uns mit billigen Kohlehydraten zudröhnen, wir sollen Lust auf Süßes bekommen, sollen bereit sein für Kroketten, Nuss  und Mandelkern.

Derart auf Kalorienzufuhr konditioniert werden wir an Gewicht zulegen – um dann nach den Festtagen wieder in eine der zahllosen Diät-Programme einzusteigen.

Jede Wette: Aldi und Co. werden uns ab Februar mit stark verbilligten Sportklamotten überraschen. Vielleicht stellen sie selbst Fatburner in Dosen ins Regal. Oder sie bekommen Erfolgsprämien von Apotheken und halbseidenen Eiweiß-Versendern.

Womit wir bei Jaron Lanier wären. Der Web-Pionier und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels prangert die Auswüchse in der digitalen Welt an. Insbesondere kritisiert er, dass die großen Internetkonzerne schamlos Geld mit Daten verdienen, die ihnen eigentlich nicht gehören. Indem sie unsere Bedürfnisse ausforschen und dieses Wissen an Verkäufer aller Art weitergeben.

Ja, empören wir uns ruhig über die üblen Machenschaften der Googles und Facebooks. Denken wir aber auch daran: Verarsche funktioniert nicht nur über Algorithmen. Sondern auch über Essbares, das in Pappkartons in Blechregale gestellt ist.

Was bleibt, ist eine ewige Wahrheit. Die Händler dieser Welt, ob analog oder digital, wollen immer unser Bestes: unser Geld.

3 Kommentare in “Wir werden angefüttert – analog und digital

  1. ja isses denn nicht so ? Die ganze Discounter-Camarilla hat doch ausschliesslich unser Bestes im Sinn…. Uns das Geld aus den Taschen zu zerren…Diabetes, Karies und wie die ganzen Helferlein der Gesundheitsindustrie so heissen…werden doch durch die Lebensmittelmafia gefördert. Wann kann die Lebensmittelindustrie endlich vollunfänglich schadensersatzpflichtig gemacht werden? Womöglich nie, denn die Verantwortlichen gehen ja bei Kanzlern und Regierungsvertretern jeglicher Coleur ein und aus, als gehörten sie zur Familie.

  2. Ihr habt nichts verstanden! Der „Papst“ des Kapitalismus hat von Anfang an gesagt „kein Bäcker bietet sein Brot aus Nächstenliebe an, sondern, weil er Gewinn machen will“ und auf diese Art tut er Gutes. Ihr Schreiber glaubt, die Politiker wollen euer Bestes? Ihr wollt nichts anderes, als Sklaven sein; Sklaven, denen man sagen muß, was gut und was schlecht ist.

    Ihr wollt, daß keiner an der Börse spekuliert, weil er sonst mehr haben könnte,als ihr. Ihr wollt, daß ihr machen könnt was ihr wollt – aber der Staat dafür sorgt, daß nichts passiert. Dumme und faule Neidhammel

    Mir graut vor euch!!?

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