Keine Angst, es kann nur besser werden…

Wohin das Auge schaut: Krisen, Krisen, Krisen. In diesen Tagen ist jede Facette abgedeckt. Von Kriegen über scheinbar religiös motivierten Massenmord über Minuswachstum in den Nachbarländern und jetzt auch wachsende Sorgen um unsere so erfolgreiche Exportökonomie. Wäre es da nicht logisch, dass uns das Lächeln gefriert, dass wir allesamt Merkel’sche Stress-Mundwinkel ausbilden? Aber nein. Warum denn auch?

Bleiben wir Realisten. Wir haben das Alte Testament gelesen. Von daher ist uns bewusst, dass wir nicht auf dieser Welt sind, um eine lebenslange Non-Stop-Party zu feiern. Ja, als wir jung waren, bot sich unseren Augen ein weites Feld der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir waren sicher, dass uns nichts und niemand würde aufhalten können. Wir trugen jenen Optimismus in uns, den uns zahllose Autoren in noch zahlloseren Büchern zu vermitteln versuchen. Das Stichwort „Optimist“ sorgt bei amazon.de für 604 Treffer. Ganz oben steht ein Ratgeber, wie sich „Schwarzmaler im Hirn“ überlisten lassen. Wir erfahren, dass ein Optimist in jedem steckt und dass es gut ist, den Weg des Glücks zu gehen. Denn: „Optimisten leben länger.“

Ratgeber leiten uns an, wie wir wahlweise in sieben oder 30 Tagen zum Optimisten werden. Wir können nachlesen, dass Freude auf die Zukunft zu einer stolzen Haltung führt. Und dass gute Gedanken Sex haben. Sie vermehren sich angeblich und gebären immer neue Glücks-Kinder. Optimisten sind in diesen Büchern erfolgreicher, leben besser, sind gesünder und schöner.

Papperlapapp. Unbekümmertheit lernen zu wollen, hat etwas Zwanghaftes. Richtig hingegen ist der Satz: „Pessimisten sind Optimisten mit Lebenserfahrung.“ Denn in keinem Leben geht es immer nur bergauf. Bedeutende Politiker werden abgewählt, berühmte Schauspieler kriegen keine Rolle mehr, famosen Fußballern reißt irgendwann das Kreuzband. Immer wieder gibt es Rückschläge oder Verluste, also Prüfungen, die wir mehr oder weniger gut bestehen.

Ein glücklicher Pessimist ist der, der trotz allem den Kopf oben behält und einen neuen Anlauf für seine Ziele unternimmt. Wobei er eben nicht das irdische Nirwana anstrebt  sondern ein neues Stolpern oder gar Scheitern für möglich hält.

Ganz nach dem Motto: Wenn etwas schiefgeht, ist die Hoffnung doch nicht weg. Oder anders gesagt: „Jetzt kann es nur noch besser werden“ ist ein wunderbarer Satz.