Wenn Messi und Ronaldo sterben

Es ist diese Zeit der müden Augen. Du sitzt weit nach Mitternacht vor dem Fernseher und schaust Fußballern in Brasilien bei der Arbeit zu. Um nicht einzuschlafen, liest du nebenbei die Twitter-Meldungen zur Weltmeisterschaft. Die meisten sind lustig – aber plötzlich ist alles ganz anders.

Mit einem Tweet, der dich irgendwie erreicht hat, wurden Bilder verschickt. Du siehst junge Männer in Fußballtrikots. Ronaldo ist zu lesen, Ibrahimovic, Messi, Müller…

Aber diese jungen Männer jubeln nicht. Sie liegen neben vielen anderen mit dem Kopf nach unten im Staub. Und warten darauf, erschossen zu werden. Über ihnen stehen Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien, die Gewehre im Anschlag. Weitere Bilder zeigen das Mündungsfeuer.

Es ist so traurig und so absurd. Du siehst Menschen, die während dieser WM-Tage die gleichen Interessen haben wie du, die vielleicht diesselben Stars gut finden. Die, wie du auch, ohne große Sorgen ein gutes Leben führen wollen. Aber die eben zur falschen Zeit am völlig falschen Platz gewesen und deshalb Mördern in die Hände gefallen sind.

Sicher, es gibt die Hoffnung, dass diese Massenexekution so nicht stattgefunden hat, dass es nur eine Propaganda-Aktion der Islamisten war, mit der Angst und Schrecken verbreitet werden sollen. Trotzdem: Wenn ich nach diesem Tweet den Fußballern zugeschaut habe, schossen mir diese Bilder immer wieder durch den Kopf.

 

 

 

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