Das Unfassbare: Bayern lernt Demut

Gerade wurde gemeldet, dass sich der „GfK-Konsumklima-Index“ eingetrübt habe, Grund sei die Krim-Krise, heiß es. Diese nehme den Konsumenten die Lust auf neue Kühlschränke. Doch jetzt geht der Abschwung richtig los. Das schlimme Wort heißt Bayern-Krise.

Da hat also der FC Bayern München im Halbfinale der Champions League mit einem Ergebnis verloren, wie es eigentlich Schalke 04 gebührt. In dem von bösen Menschen als „Arroganz-Arena“ verfemten Stadion obsiegten die aus unserer Sicht noch arroganteren Fußballer von Real Madrid, angeführt vom arrogantesten Spieler der Welt, Cristiano Ronaldo. Und das geschah, obwohl die bayerische Elf über den besten Kader, über die teuerste Ersatzbank sowie über den nachdenklichsten, elegantesten und genialsten Trainer dieses Planeten verfügt.

Müssen wir jetzt weinen? Oh nein. Und das nicht einmal, weil für mich als Club-Fan jede Niederlage der Bayern ein Trostpflästerchen ist (außer in Hamburg). Sondern deshalb, weil es gut tut, dass dieser Verein und alle, die sich in dessen Glanz sonnen (wollen), einen Dämpfer bekommen. Denn der FC Bayern ist oder war das in kurze Hosen gesteckte Amigo-System der CSU. Die reichsten Motten des Landes umschwirren das Licht, denn es schien so, als ob es nur noch einen Weg geben könnte: Den nach oben. Und wer sich dem Einzigartigen in den Weg stellt, wird weggeschossen oder kaputt gekauft.

Jetzt erleben die selbsternannten Galaktischen etwas ganz Neues: Demut. Die Übermacht ist brutal geschrumpt, das allertollste Geschäftsmodell ist entzaubert. Und das ist gut so.