Obamas Ehestress ist unser Trost

Er ist schon ein Pechvogel, dieser Barack Obama. Einst lagen wir ihm zu Füßen, weil wir glaubten, dass er damit über’s Wasser laufen könnte. Inzwischen hat er sich selbst weitestgehend entzaubert. Und jetzt hat er nicht mal mehr seine Ehe im Griff.

Hätte er bloß nicht dieses Foto mit der blonden Dänin gemacht. Noch dazu vor all den Leuten. Das kränkt die stolze First Lady grässlich. Zumal sich der Rest der Welt köstlich über ihren grantigen Blick amüsiert.

Andererseits: Das lustige „Selfie“ war kein wirklich schlimmer Fehltritt. Sowas passiert. Barack Obama ist mit 52 im besten Midlife-Crisis-Alter. Das Fahren von Harley Davidsons ist ihm aus Sicherheitsgründen verwehrt, für Triathlon fehlt ihm die Zeit. Dafür fristet er – bei aller Macht, die er hat – ein recht freudloses Dasein. Seinem Staat fehlt das Geld, böse Konservative funken ihm dauernd dazwischen, alle paar Tage muss er mutmaßliche Terroristen töten lassen. Und: Nicht mal die Deutschen mögen ihn mehr, seitdem sein Geheimdienst unbedingt wissen will, wer sich online welche Liebesromane bestellt.

So ein Leben im Weißen Haus ist bestimmt aucch nicht so prickelnd. Sicher, es gibt immer eine warme Mahlzeit. Auch die Betten werden wohl gemacht. Aber was soll schön daran sein, wenn unter jedem Türrahmen ein breitschultriger Bauernschrank vom Sicherheitsdienst steht? Vielleicht kümmert sich Obama aus Trotz so wenig um die überfüllten US-Gefängnis oder um Guantanamo. Er ist ja selbst eingesperrt, wenngleich aus freiem Willen.

Wie schön wäre da wenigstens ein harmonisches Eheleben. Aber Pustekuchen, die Welt ist grausam. Und: Tut uns Barack Obama jetzt leid? Nein, das nicht. Wir sind neugierig. Wir freuen uns diebisch. Vor allem aber trösten wir uns. Denn wenn selbst das mächtigste Paar der Welt massivsten Beziehungsstress erlebt, geht es uns nicht schlechter. Oder sogar noch viel, viel besser…