Der Porsche als Glatzentröster

Er hat ein Ziel: Gib mich den Porsche!

Er hat ein Ziel: Gib mich den Porsche!

Ich bin geschockt. Eine Welt ist eingestürzt. Noch vor kurzer Zeit war Borussia Dortmund für mich der ehrlichste, erdigste, kernigste Verein der Fußball-Bundesliga. Nach Nürnberg und Schalke. Und nun dies: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat sich per Eigenhaarverpflanzung aufhübschen lassen.

Vor, sagen wir, drei Jahrzehnten wäre das undenkbar gewesen. Männer mittleren Alters haben unter ihrem Haarverlust gelitten. Aber sie hatten gelernt, ihn zu ertragen. Vielleicht, weil sie in ihrer Jugend eine haarextreme Phase hinter sich hatten. Und weil bekannt war, dass Haarwasser dieser Zeit außer Gestank wenig bewirkt hat. Birken-Extrat machte ähnlich einsam wie sonst nur Mundgeruch. Zahnpasta half der Kopfhaut noch nie. Es gab kein Entrinnen.

Und der Kerl, erst recht der Verantwortliche für echten Männersport, hat sein heimliches Leiden irgendwann beendet. Geheimratsecken und Glatze waren eben da.

Aber heute? In einer Zeit, in der alles immer gegen Geld verfügbar ist und wo jede Alterserscheinung korrigiert werden kann, wird gegen die Wahrheit gearbeitet, wird kompensiert. Da fehlen einem Arien Robben die Haare für eine Eigentransplantation. Er holt sich die Jugend zurück, indem er Trikots in Kindergrößen trägt und wie damals bei Mami noch bei sechs Grad plus in roten Strumpfhosen spielt. Aber das ist Schicki-Micki-München.

Und wenn dieser Cristiano Ronaldo aussieht, als wäre sein Ermüdungsbecken ausschließlich mit warmer Eselsmilch gefüllt, dann ist das eben Luxus-Real Madrid. Die Mannschaft, in der der „Sechser“ Khedira mit einem Germany’s Next Top Model um die Häuser zieht.

Aber Dortmund? Revier, Kohlenstaub, Arbeitslosigkeit, kürzlich eine ganze Zeitung zugesperrt. Da zählt Ehrlichkeit. Will dieser Jürgen Klopp am Ende so werden wie Silvio Berlusconi? Ein alter Mann mit faltenfreiem Wachspuppengesicht, dessen Frisur so aussieht, als wäre sie festgetackert und an jedem Morgen von zwei minderjährigen Sklavinnen zurechtgebügelt? Nein, das kann, das darf nicht sein.

Fragt sich bloß, was dieser Mann bei all seinen Erfolgen kompensieren muss. Für mich liegt das auf der Hand. Er leidet darunter, dass er immer noch Werbung für Opel machen muss.Ich fordere: Gebt dem wilden Jürgen einen Werbevertrag bei Porsche. Die Rallyestreifen gibt’s als Haarteile obendrauf. Dann wird alles gut. Und ehrlich.

2 Kommentare in “Der Porsche als Glatzentröster

  1. Warum um die Haartransplantation von Jürgen Klopp so ein Drama gemacht wird, kann ich nicht verstehen. Schließlich haben schon hunderte Männer vor ihm eine Haartransplantation durchführen lassen. Er steht im Gegensatz zu anderen Prominenten zu seiner Haartransplantation. Ich habe mir auch einen Termin (bevor das rauskam wohlgemerkt!) geben lassen. Für die Psyche ist es eben für manch einen besser, wenn man mehr Haare auf dem Kopf besitzt.

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