Messi, Tango, Nasenbär und neuer Papst

Ohne Polizeieskorte ist er schon mal gefahren. Aber: Kann dieser Papst Franziskus alias Jorge Mario Bergoglio den Vatikan verändern? Selbstverständlich. Er ist zwar, wie der Name verrät, abstammungstechnisch ein Italiener. Aber Argentinien ist eben doch etwas anders.

Das Land ist bekannt für die Pampa, für famoses Rindfleisch, für Landsleute, die auf Inseln wohnen und deshalb lieber Engländer sein wollen. Das Land hat eine lebende Präsidentin, die in der Öffentlichkeit notorisch die höchsten Stöckelschuhe aller Regierungschefs dieser Welt trägt. Und eine gestorbene Präsidentin, die Hollywood zuliebe mit der Singstimme von Madonna ausgestattet war.

Aber natürlich gibt es den Tango. Eine Tanzdisziplin, für die wir Mittelfranken ähnlich entflammt sind wie sonst nur noch die Finnen. Und es gibt diese sagenhaften Kicker. Xavier Pinola, leider nur wichtigster lokaler Fußballgott seit Max Morlock und Andreas Köpke und somit nicht papabile.

Aber dann: Lionel Messi, der als Auferstehungsbeauftragter des FC Barcelona gerade Mailand (da schaut der Herr Scola, gell?) erledigt hat. Und natürlich Diego Armando Maradona. Der Mann mit dem genialen linken Fuß und den immer wiederkehrenden Abstürzen. Der arme Sünder mit dem großen Herzen, dem der Herr dereinst zwecks Torerfolg bei der WM 1986 die Hand geliehen hat.

Schon er hatte somit nachgewiesen, dass der Schöpfer den Argentiniern wohlgesonnen ist. Und nun kommt der erste außereuropäische Papst genau von dort. Da staunen Nasenbär und Pampa-Stier.

Wenn nun die größte aller deutschen Zeitungen „Das ist die neue Hand Gottes“ schlaggezeilt hat, zeigt das wieder die Flapsigkeit dieser Journalisten. Papst Franziskus ist der Stellvertreter Christi aus Erden. Wenn wir so freundlich sein wollen, dieses zu glauben, müssen wir dennoch konstatieren, dass Jesus Mensch und nicht Gott war. Also ist „verlängerter Arm Gottes“ das Größtmögliche, was wir Herrn Bergoglio zugestehen wollen.

Aufhorchen sollten nach der Wahl des neuen Papstes allerdings die Akkordeonorchester dieses Landes. Die Matthäus-Passion von Bach, dargebracht in einer Bearbeitung für zwölf Bandoneons ist keine Utopie mehr. Spiel Tango für die Armen! Amen!

1 Kommentar in “Messi, Tango, Nasenbär und neuer Papst

  1. „zwölf Banoneons“ – Sind die gelb und kann man die essen?

    Vielen Dank für den Hinweis!

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