Nieder mit Amazon! Ein Hoch auf Aldi!

Jetzt lassen wir das doch mal, das ewig Geschimpfe auf unsere Superreichen. Deutschland hat gar nicht so viele überragenden Bonzen, sogar die Deutsche Bank macht neuerdings Verlust. Aus den Top Ten der globalen Milliardärsliste von „Forbes“ sind wir herausgefallen. Wer soll uns da als Exportkönige noch ernst nehmen?

2012 hat es unseren liebsten Discount-Chef Karl Albrecht erwischt. Mit seinen 93 Jahren muss der Eigentümer von Aldi-Süd erleben, dass er mit seiner Kartonware und 26 Milliarden Dollar Vermögen weltweit nur noch noch Platz 18 erreicht. Im Vorjahr war er Zehnter. Auch Familie Otto muss darben: Ihr Vermögen schrumpfte im letzten Jahr von 17,6 auf 14,2 Milliarden Dollar. Von unseren abgestürzten fränkischen Superfrauen Maria-Elisabeth Schaeffler und Madeleine Schickedanz wollen wir gar nicht reden.

Das ist deshalb besonders übel, weil es nie zuvor auf der Welt so viele Superreiche gegeben hat. Laut Forbes existieren 1426 Dollar-Milliardäre, 210 mehr als ein Jahr zuvor. Alleine 31 davon sitzen im chinesischen Parlament. Und: Handel ist nicht mehr das große Ding. Wirklich reich wird man über die Abteilung Surfen, Schwafel, Zeit verplempern. Globaler Oberbonze ist Carlos Slim Helu aus Mexiko, seines Zeichens Telekommunikationsunternehmer. 73 Milliarden Dollar sollen ihm gehören. Er wird gefolgt von Bill Gates von Microsoft, der zwar ständig seine Reichtümer an die Armen der Welt verschenkt und trotzdem 65 Milliarden Dollar sein eigen nennt.

Darf das sein? Muss man umverteilen? Na ja. Das Gesamtvermögen aller Superreichen liegt laut Forbes bei 5,4 Billionen Dollar. Würde dieses Geld unter allen Menschen verteilen, bekäme jede/-r 750 Dollar. Das reicht doch nicht mal für ein neues Auto.

Nur bremsen müssen wir. Damit Deutschland nicht komplett in die Zweite Liga abrutscht. Alsdenn: Wer verfolgt unseren Aldi-Dagobert? Es ist, jawohl, Amazon-Chef Jeff Bezos. Er wird neuerdings auf 25,2 Milliarden Dollar taxiert. Nach 19,1 Milliarden im Vorjahr. Da hat einer mächtig zugelegt, von dem wir alle wissen, dass er seine Mitarbeiter übel ausbeutet. Ich finde, gerade da ist Luft nach unten. Helfen wir also den Lohnsklaven – und halten wir die Aldi-Fahne hoch. Ein doppelt gutes Werk! Wie schön!

1 Kommentar in “Nieder mit Amazon! Ein Hoch auf Aldi!

  1. Ich denke mal, 750 Euro pro Nase wären für den durchschnittliche ALDI-Verkäuferin oder Amazon-Paketzusammenpacker schon ein warmer Regen. Von den Menschen, die mit weniger als 1 US$ pro Tag leben müssen eher eine warme Sintflut.

    Nicht, das ich nicht jedem das seine gönne – von mir aus sollen die alle drölfzig Trillionen haben. Die Frage ist für mich: woher kommt das Geld? Bei ALDI durch die miesen Löhne, bei anderen manchmal wohl auch durch Ausbeutung und Betrug. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen (Microsoft und Bill Gates mal ausgenommen), das die Menschen den Superreichen das Geld mit Begeisterung nachtragen. Früher waren (und sind) es die Ölscheichs, heute eben andere. Solidarität ist nicht unbedingt das erste, was einem bei richtig Reichen einfällt. Besonders, wenn man mal wieder mal einen Artikel liest, daß man China Entwicklungshilfe zahlt, während sich die milliardenschweren Parteibonzen die Taschen füllen.

    Ein Vermögen ist ein Verbrechen – ein großes Vermögen ist ein großes Verbrechen.

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