In Stadion oder Ballsaal: Der Alkohol lenkt alles

Unsere Gesellschaft könnte so friedlich und ausgeglichen sein. Wenn da nicht der Teufel Alkohol wäre. Er wirft selbst hoffnungsvollste Menschen aus der Bahn, ist der Grund für sinnlose Aggression, für ungebremste Ausschweifungen.

Es sind ja auch immer die selben Leute. Schwitzende Fußballfans, die auf dem Weg zum Stadion kästenweise Bier zum Vorglühen mitschleppen. Junge Männer, die sich erst ab 1,5 Promille an junge Frauen heranwagen. Und Schulmädchen, die sich die Handtäschchen mit Wodka-Flachmännern vollstopfen, um sich in einer langen Freitagnacht in sexhungrige Schnapsdrosseln zu verwandeln. Wir sehen wieder einmal: Die Jugend und die Unterschicht – an diesen beiden Gruppen wird diese Gesellschaft irgendwann zugrunde gehen.

Aber dann lesen wir die Berichte vom Bundespresseball. In Berlin haben demnach 2500 Gäste “ausgelassen gefeiert”.  Wobei die trockenen Kehlen mit 3000 Litern Bier sowie mit dem Inhalt von 3000 Flaschen Weiß- und Rotwein und 600 Magnum-Flaschen Champagner benetzt wurden.

Und jetzt rechnen wir doch mal. Diese Zahlen bedeuten, dass jeder Gast, ob männlich oder weiblich, ob jung oder alt, 1,2 Liter Bier, einen knappen Liter Wein und 0,36 Liter Champagner gepichelt hat. Im Durchschnitt! Würde ein vergleichbarer Konsum von einem Hauptschüler bekannt, wäre der Weg zur nächsten Kampagne wider das Komasaufen nicht weit.

In der besseren Gesellschaft heißt dasselbe “ausgelassen feiern”. Wir lernen daraus, dass ein erheblicher Teil unserer Politik besoffen oder mit reichlich Restalkohol im Blut gemacht wird. Ja, aber war es nicht der Presseball? Wird auch in einem solchen Zustand berichtet?

Dazu ist zu sagen: Falsche Fragen sind selten hilfreich. Allerdings wissen wir aus der Kommunikationswissenschaft, dass man anderen Menschen dann besonders nahe kommt, wenn man ihre Verhaltensweisen und ihre Art sich mitzuteilen, irgendwie kopiert.

Wie fast alle meine Kolleginnen und Kollegen verachte ich Alkohol zutiefst. Aber ohne kommst du in dieser Gesellschaft offenbar nicht wirklich weit. Also: Auf Ihr Wohl, Herr Minister!

 

2 Kommentare in “In Stadion oder Ballsaal: Der Alkohol lenkt alles

2 Comments
  1. Mein lieber Hirndübel,

    warum ein schwäbisches Plastikteil an den Kopf halten wenn hier in Franken seit bald 50 Jahren Metalldübel entwickelt und produziert werden ?!?

    anTon

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