Obama, Du machst mich ratlos

Da sitze ich also. Und bin ratlos. Schuld ist US-Präsident Barack Obama. Ich möchte etwas zur großen amerikanischen Politik-Show schreiben. Aber es flutscht nicht, wie es so schön heißt.

US-Wahl 2008, das war für mich so etwas wie Mondlandung Nummer zwei. Ich musste nachts raus und möglichst viel miterleben. Nach der fürchterlichen Regierungszeit des kriegslüsternen Präsidentendarstellers George W. Bush war der Kandidat Obama eine Verheißung. Ein Politiker, der Massen begeistern konnte und einen Wandel zu mehr friedlichem Miteinander auf dieser Welt verhieß. Ihm habe ich zugetraut, dass er  fast alles besser machen würde. Den Hinweis damaliger Skeptiker, dass auch dieses Staatsoberhaupt nicht über das Wasser werde gehen können, habe ich als ausgesprochen lästig empfunden.

Wie viel auch von anderen in diesen Mann hineininterpretiert wurde, zeigte die absurde Zuerkennung des Friedensnobelpreises. Danach haben wir gelernt, dass selbst der scheinbar coolste Präsident Kriege nicht einfach beenden kann. Sogar für das Beseitigen staatseigenen Unrechts, des Inselknasts von Guantanamo, fehlte ihm die Kraft.

Obama reloaded ist die Wandlung eines überragenden Heilsbringers zum kleineren Übel. Ich habe auf seine Wiederwahl gehofft. Allerdings vor allem wegen des Gegenkandidaten Mitt Romney, der mir auch deshalb suspekt war, weil er wirkte, als wäre er von einem Hollywood-Regisseur gecastet worden.

Richtig geprickelt hat es aber nicht, also ich heute das Gebrabbel und die Statistikkolonnen in den diversen Wahlsondersendungen verfolgt habe. Es war, trotz der famosen “Swing States”, mehr ein Sachsen- oder Hessenwahl-Gefühl.

Der große Glanz von Barack Obama ist für mich also weg. Aber wahrscheinlich ist das auch besser so. Wer andere zu sehr überhöht, macht Politik zur Religion. Und das hat sich noch nirgends bewährt.

 

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