Schluss mit Halloween. Werdet Sternsinger!

Oh Heiliges Brauchtum, wie bist Du uns nah! Das heißt es auch bei uns ganz gerne. Traditionen geben unserem Leben einen verlässlichen Rahmen. Sie machen es uns leichter, uns in dieser globalisierten Welt richtig zu verorten. Aber wie in der Daily Soap gilt auch hier: Es gibt gute Bräuche, schlechte Bräuche.

Niemand würde bezweifeln, dass es gut ist, sich an Weihnachten zu beschenken oder sich an Fasching zu verkleiden. Auch der Aprilscherz ist ein sympathischer, weil phantasieanregender Brauch. Das Silvesterfeuerwerk ist – rein rational betrachtet – sinnlos und teuer, aber eben auch sehr schön.

Schwieriger wird es bei verfälschten Bräuchen. Beim Valentinstag stellt sich die Sinnfrage durchaus. Eigentlich ein urkatholischer Brauch, wurde er speziell vom Blumenhandel für dessen Zwecke gekapert. Woraufhin den Menschen beigebracht wurde, dass jede Frau von ihrem Partner an jedem 14. Februar Blumen zu bekommen hat. Und wage es keiner, etwas anderes zu versuchen. Boykottiert der Mann den Schenktag, heißt es “Nicht mal daran kannst du denken”. Kommt er eine Woche vorher mit Tulpen aus Amsterdam, lautet die Frage: “Sag schon, was hast du angestellt?”.

Der aus den USA importierte Muttertag ist ein Ärgernis für sich. Und das nicht nur, weil ihn die Nationalsozialisten so gut gefunden haben.  Mehr Pflicht geht einfach nicht.

Tja, aber was sagt uns Irland? Wir wissen, dass dort die Farbe Grün besonders beliebt ist und dass eine keltische Harfe das Landeswappen ziert. Iren sprechen eine seltsame Sprache, tanzen ganz eigenartig und saufen ganz ordentlich. Trotz Finanznot haben sie sich Giovanni Trappatoni als Fußball-Nationaltrainer geleistet. Schließlich sind die Iren mit sieben Erfolgen Rekordsieger beim Eurovision Song Contest.

Ganz nettes Land, sollte man meinen. Aber warum, zum zehnjährigen Vampir, hat diese Nation den Halloween-Brauch hervorgebracht? Warum hat man dem Einzelhandel die Chance gegeben, Eltern viel Geld für Gruselkostüme abzuknöpfen? Warum werden Nachbarn unter den Zwang gesetzt, Ende Oktober große Mengen an Süßigkeiten zu horten? Warum müssen massenhaft Kürbisse ausgeschabt werden? Warum brauchen wir das ganze Geschrei?

Nein, Halloween passt genauso in unsere Gegend wie ein Sandstrand an den Nordpol. Liebe Eltern, verblödet Eure Kinder nicht. Liebe Kinder, lasst es sein. Wenn Ihr betteln wollte, dann werdet Sternsinger. So helft Ihr nicht nur anderen Kindern, sondern tut auch etwas gegen Karies und Herzverfettung. Ich bin für Saures!

 

 

 

1 Kommentar in “Schluss mit Halloween. Werdet Sternsinger!

1 Comment
  1. “… wie ein Sandstrand an den Nordpol.” Keine schlechte Idee, dann saufen wenigstens die Eisbären nicht ab, wenn ihnen das Eis unter den Tatzen wegschmilzt wg Klimawandel.

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