Wenn Stars ihre Spuren hinterlassen

Loddar, erzähl uns was.

Komm, Loddar, erzähl uns was.

Es ist ein elementares menschliches Bedürfnis: Wenn man dereinst in den Himmel abberufen wird, möchte man wenigstens sicher sein, dass man auf Erden bleibende Spuren hinterlassen hat. Dann hat sich das Leben gelohnt. Am besten, man schreibt es auf.  Das eigene Buch ist hoch modern.

Das zeigt sich zurzeit auf der Frankfurter Buchmesse. Das Dasein echter Stars, aber auch von Menschen, deren Lebensgeschichte unmöglich mehr als 50 Seiten füllen kann, gibt es gedruckt und gebunden für das edle Eichenholzregal. Wie etwa die Autobiographie von Bettina Wulff. Auf 224 Seiten berichtet eine wenig aufregende Frau über ihr Wirken an der Seite eines der langweiligsten Männer überhaupt. Was trotzdem für Platz 10 der Spiegel-Bestsellerliste reicht.

Da ist der fränkische Fußballgott  Lothar Matthäus ein ganz anderes Kaliber. Alleine die Statistiken über seine Profieinsätze in aller Welt würden Brockhaus-Format erreichen. Für seine Beziehungsprobleme gäb’s ein pralles Taschenbuch als Dreingabe. Sexuell unersättlich, jedoch ungerecht behandelt – diesen Lesestoff bietet uns Jörg Kachelmann. Der Mann, der zwischen Azorentief und Saharahoch als “Die Fliese” Frauen reihenweise geliebt hat. Auch Arnold Schwarzenegger hat viel zu erzählen. War/ist er doch die größte Muskelmasse der Menschheitsgeschichte, Regent von Kalifornien, Schänder des Hauspersonals und Terminierer des Bösen auch aus den fernsten Welten.

Das ist wahrer Schicksalsstoff. Ganz anders als die Autobiographie von Edmund Stoiber. Er liefert uns vielleicht die Gebrauchsanleitung für’s Technokratendasein, erinnert an das Kriechen vor Übervater Franz-Josef Strauß oder schildert uns den  Tag in seinem Leben, an dem er nicht einmal “Äääh” gesagt hat. Und er lässt uns erfahren, warum er seinen Sturz bis heute nicht begriffen hat.

Egal, für christsoziale Fundamentalisten ist auch er ein Held. Aber wer steht eigentlich auf Platz 1 der Sachbuch-Charts? Jawohl, ein Mann mit dem Autoschiebernamen Heinz Buschkowsky. Seine Botschaft lautet “Neukölln ist überall”. Oh nein, das kann doch wirklich keiner wollen. Bitte, liebe Stars jegleicher Kategorie: Schreibt, schreibt, schreibt. Damit wir auf andere Gedanken kommen.

 

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