22 Jahre Einheit – die Sprachmauer ist geblieben

22 Jahre gibt es sie nun, unsere wiedergewonnene deutsche Einheit. Eine wunderbare Fügung. So wunderbar, dass es sich selbst der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer nicht nehmen ließ, beim zentralen Festakt die Bürgerrechtsbewegung der DDR über den grünen Klee zu loben. Die CSU liebt also Demonstranten. Jedoch: Es gibt noch Probleme. Oder sagen wir besser Sprachmauern.

Die Ostdeutschen reden nämlich so seltsam. Laut einer neuen Umfrage eines Meinungsforschungsinstitutes names “YouGov” ist Sächsisch Deutschlands unbeliebtester Dialekt. Es klingt ja auch seltsam, ein halbes Brathähnchen – in Franken “Gigerla” -als “Broiler” zu bezeichnen. Es klingt auch sehr schnoddrig, wenn Bedauern mit “Schulldnsä!” ausgedrückt wird. Und wenngleich eingebildete Menschen uns alle nerven, fragt sich doch, ob man sie gleich “Leggarsch” nennen muss.

Jedenfalls bezeichneten in der Umfrage zur Einheit nur acht Prozent der Befragten Sächsisch als ihren Lieblingsdialekt. Vorletzter und vorvorletzter auf der Hitliste der “sympathischsten Dialekte” wurden Berlinerisch (11 Prozent) und Kölsch (13 Prozent).

Mit den Dialekten im hohen Norden und im tiefen Süden können sich die Deutschen laut dieser Umfrage dagegen am meisten anfreunden: Bayerisch mögen 27 Prozent der Befragten am liebsten, gefolgt von Spitzenreiter Norddeutsch. Die Mundart, wie sie zum Beispiel Hamburger sprechen, ist der Liebling von 29 Prozent der Deutschen. Angeblich unabhängig davon, ob die Zuhörer im Osten oder im Westen des Landes leben.

Ein Ergebnis, bei dem der gebürtige Hamburger Peer Steinbrück bestimmt die Lauscher aufstellt und auf Sympathiestimmen hofft. Allzu sicher sollte er sich aber nicht sein. Erstens wurde der überaus symphatische fränkische Dialekt in dieser Umfrage vergessen. Und zweites gibt es da noch eine gebürtige Hamburgerin, die die östliche Sprachfärbung mitbringt. Angela Merkel ist also breliebt und unbeliebt zugleich – und somit die Kandidatin aus der Mitte der Gesellschaft. Unds da wollen ja, wie wir wissen, die meisten Parteien gerne sein.

 

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