Gegen Nazis hilft nur die klare Kante

Neonazis stellen sich ihren Gegnern.

Neonazis stellen sich ihren Gegnern. Foto: Wraneschitz

Vor ein paar Tagen haben Neonazis Nürnberg „beglückt“. Sechs NPD-Funktionäre haben mehr als hundert Mal so viele Gegner auf die Beine gebracht. Und mancher fragt: Musste das sein? Das Geschrei? Die Konfrontation mit der Polizei? Ich finde: Ja, es musste sein.

Sicher, unsere Sehnsucht ist eine andere. Wir würden lieber die NPD-Gestalten auf einem Platz ohne jedes Publikum herumschreien lassen und unser Bekenntnis zur Demokratie ganz friedlich an einem anderen Treffpunkt abgeben. Aber so kann man Neonazis nicht beeindrucken. Wo man sie machen lässt, kommen sie wieder. Über schöne Reden ein paar Häuserblocks weiter lachen sie bloß.

Deshalb war es großartig, dass ein Infostand von Demonstranten komplett verhindert und das Verbreiten rechter Parolen in Langwasser praktisch unmöglich gemacht wurde. Die selbst ernannten Retter des Vaterlandes gaben sich dabei ziemlich feige. Obwohl durch die Polizei beschützt, verschanzten sie sich – wie das Bild aus Nürnberg-Langwasser zeigt – hinter ihrem Werbe-Lkw. So wollen sie bestimmt nicht gesehen werden.

Absurd erscheint mir die Verhaftung des stellvertretenden ver.di-Geschäftsführers von Mittelfranken, Ulli Schneeweiß. Ich kenne ihn persönlich. Schneeweiß ist in seiner Haltung gegen Neonazis klar und strikt. Er steht aber auch für gewaltfreien Protest und hat immer wieder entsprechend auf andere Demonstranten eingewirkt. Für mich gibt es nur zwei Erklärungen: Entweder es war ein Missverständnis. Oder jemand anders steht auf der falschen Seite.