Wenn der Strom ausfällt, steigt das Vertrauen

Dieser Gesellschaft fehlt es nicht an Brot, Butter, Bratwürsten und billigem Bier. Es fehlt ihr vor allem am Vertrauen. An jener Empfindung, sich bei anderen Menschen und wohltätigen Organisationen rundum sicher zu fühlen. Unabhängig davon, ob diese mehr wissen oder wirklich ein guter Charakter sind. Und die Folgen sind fatal.

Nehmen wir die Geburtenzahl in Deutschland. Die Politik hat unfassbar viel unternommen, damit wir für künftige Schlüsselpositionen unserer Wirtschaft dank vieler eigener Kinder keine Inder brauchen. Vor allem für das Elterngeld wurden immense Beträge ausgegeben. Aber es hilft nichts. Aus irgendeinem Grund ist Staatsknete nicht erotisch. Warum auch immer werden nach Pressekonferenzen von Ministerin Kristina Schröder keine nationalen Hormonfluten ausgeschüttet. Die Menschen wollen sich  einfach nicht vermehren; die Zahl der neuen Babys war 2011 so niedrig wie in keinem Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg. 663.000 waren es, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Was soll aus VW und BMW bloß werden, wenn es keine neuen Kunden gibt?

„Vertrauen! Vertrauen auf das Bruderherz! Anker im Sturm, und sanfte Ruhestätte, wenn der Himmel lächelt! Du bist einer der Züge der Menschen, die an Gottes Ebenbild erinnern.“ Tja, wäre es, wie hier hmynisch vom Schriftsteller Graf Ernst von Bentzel-Sternau beschrieben, hätten wir es gut. Zu seinen Lebzeiten gab es unter anderem die Französische Revolution. Die Menschen lernten, wie viel man erreichen kann, wenn sich mehr als zwei von ihnen aufeinander verlassen können.

Heute jedoch: Uneinigkeit, Vereinzelung der Interessen allüberall. Nur während der großen Fußballturniere unterhalten sich Menschen noch über das Fernsehprogramm vom Vorabend. Die großen Zeitschriften schwächeln, stattdessen boomen Blätter wie Landlust oder Essen + Trinken. Ganz nach der Devise: Ich schau mir an, was ich will. Genieße, was ich mag. Die eigentliche Welt ist mir egal.

Vielleicht steckt dahinter auch Resignation. Wie soll man vertrauen, wenn man sich die Maßnahmen zur Euro-„Rettung“ anschaut? Woran soll man glauben, wenn bei unserem großen bayerischen Landesvater Horst Seehofer eigentlich nur als sicher gelten darf, dass er übermorgen anders redet als gestern?

Es geht nicht. Und doch: Die Zeit der Babybooms wird kommen. Dank Angela Merkel. Sie war es, die die Atomkraftwerke abschalten ließ, ohne einen guten Plan dafür zu haben, wie man grünen Strom in alle Steckdosen bringt. Es werden harte Winter kommen. In den Wohnungen wird es dunkel und kühl werden. Wir werden kuscheln müssen. Und dann…Geburtenwachstum! Jawoll!